- Anzeige -
News

Ernährung

Mediterrane Diät und Sport reduziert altersassoziierte Hirnatrophie

19.5.2022

Eine Forschergruppe aus Deutschland, Israel und Nordamerika hat die Auswirkungen einer mediterranen Ernährung (MED) mit ‒ im Vergleich zu Normalkost ‒ erhöhtem Polyphenolgehalt und verringertem Anteil an rotem/verarbeitetem Fleisch (Green-MED-Diät) auf die altersassoziierte Hirnatrophie untersucht.

Es zeigte sich, dass eine spezielle mediterrane Diät positive Auswirkungen traditioneller kalorienreduzierter mediterraner Ernährung in Kombination mit trainergestützter körperlicher Aktivität auf die altersassoziierte Hirnatrophie verstärkt und einen einfachen, sicheren und vielversprechenden Weg zur Verlangsamung der altersassoziierten Neurodegeneration bieten könnte.

Kostenlose Fitnessstudio-Mitgliedschaften

Bei der 18-monatigen klinischen Studie wurden die Hirnstrukturvolumina mittels Kernspintomografie (MRT) unter Verwendung des Hippocampus-Occupancy-Scores (HOC) und des Lateral-Ventrikel-Volume-Scores (LVV) als Neurodegenerationsmarker bestimmt. Probanden mit bauchfettbetonter Adipositas resp. mit Dyslipidämie wurden randomisiert je einer Gruppe zugeteilt, die entweder Richtlinien zu gesunder Ernährung (HDG), zu einer mediterranen Ernährung oder zu einer Green-MED-Diät befolgten. Alle Probanden erhielten kostenlose Fitnessstudio-Mitgliedschaften und Anleitungen zu körperlicher Aktivität. Beide MED-Gruppen verzehrten 28g Walnüsse/Tag (+440mg/Tag Polyphenole). Die Green-MED-Gruppe konsumierte zusätzlich grünen Tee (3‒4 Tassen/Tag) und Mankai (Wolffia globosa, eine in Südostasien als Fleischersatz verwendete Wasserpflanze, ähnlich der heimischen Entengrütze, 100g/Tag) als grünen Smoothie (+800mg/Tag Polyphenole).

Von den 284 Teilnehmern (88% Männer; mittleres Alter: 51 Jahre; BMI: 31,2kg/m2; APOE-ε4-Genotyp = 15,7%) beendeten 79% die Studie mit auswertbaren Ganzhirn-MRTs. Die größten Volumenänderungen zeigten sich im Pallidum (-4,2%) und im dritten Ventrikel (+3,9%) sowie beim LVV (+2,2%). Im Vergleich zu jüngeren Teilnehmern war die Atrophie bei den ≥50-Jährigen signifikant beschleunigt (HOC-Änderung: -1,0% ± 1,4% im Vergleich zu -0,06% ± 1,1%; 95%-KI 0,6%‒1,3%; p<0,001; LVV-Änderung: 3,2% ± 4,5% im Vergleich zu 1,3% ± 4,1%; 95%-KI -3,1% bis -0,8%; p=0,001). Bei Probanden ≥50 Jahre waren der HOC-Abfall und die LVV-Expansion in beiden MED-Gruppen abgeschwächt, mit den besten Ergebnissen unter den Green-MED-Diät-Teilnehmern im Vergleich zu gesunder Ernährung (HOC: -0,8% ± 1,6% im Vergleich zu -1,3% ± 1,4%; 95%-KI -1,5% bis -0,02%; p=0,042; LVV: 2,3% ± 4,7% verglichen mit 4,3% ± 4,5%; 95%-KI 0,3%‒5,2%; p=0,021).

Ähnliche Muster wurden bei jüngeren Probanden beobachtet. Die verbesserte Insulinsensitivität während der Studie war der Parameter, der am stärksten mit der Abschwächung der Hirnatrophie assoziiert war (p<0,05). Ein erhöhter Verzehr von Mankai-Shakes, Grüntee und Walnüssen sowie ein reduzierter Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch waren signifikant und unabhängig mit einem reduzierten HOC-Abfall assoziiert (p<0,05), genauso wie erhöhte Urinkonzentrationen der Polyphenole Urolithin-A (r=0,24; p=0,013) und Tyrosol (r=0,26; p=0,007). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine spezielle mediterrane Ernährung mit hohem Polyphenolgehalt, reich an Mankai, grünem Tee und Walnüssen und wenig rotem/verarbeitetem Fleisch, potenziell neuroprotektiv auf eine altersassoziierte Hirnatrophie wirkt.

Kaplan A et al., Am J Clin Nutr 2022 May 1; 115: 1270‒1281, DOI 10.1093/ajcn/nqac001, PMID 35021194

No items found.
Lesen Sie mehr und loggen Sie sich jetzt mit Ihrem DocCheck-Daten ein.
Der weitere Inhalt ist Fachkreisen vorbehalten. Bitte authentifizieren Sie sich mittels DocCheck.
- Anzeige -

Das könnte Sie auch interessieren

123-nicht-eingeloggt