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Elektronische Patientenakte

Viel Potential, bislang wenig Nutzen

21.5.2026

Obwohl sehr viele gesetzlich Versicherte die elektronische Patientenakte (ePA) kennen (94 %), verwaltet ein Großteil davon (71 %) die eigene Akte nicht aktiv. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. In einem Verbraucheraufruf schilderten Verbraucherinnen und Verbraucher fehlende Funktionen, unzureichende Informationen sowie komplizierte Freischaltungsprozesse als Hürden im Umgang mit der ePA. Die Verbraucherzentrale fordert die Politik auf, die ePA zügig weiterzuentwickeln und dabei die Bedarfe der Patient:innen in den Mittelpunkt zu stellen.

„Die elektronische Patientenakte ist noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Das ist wenig überraschend, denn zentrale Funktionen, wie digitale Impf- oder Bonushefte, fehlen weiterhin. Bislang bleibt die ePA hinter den Erwartungen zurück. Damit die ePA ihr volles Potential entfalten kann, muss sie zügig im Sinne der Versicherten weiterentwickelt werden. Die Bedarfe der Patientinnen und Patienten müssen im Mittelpunkt stehen“, so Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Deutliche Mehrheit hat sich mit ePA noch nicht auseinandergesetzt

Die aktuelle repräsentative forsa-Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt: Die große Mehrheit der gesetzlich Versicherten, die schon einmal von der ePA gehört haben, verwaltet ihre ePA nicht aktiv (71 %). Ein weiterer Teil (9 %) hat Widerspruch dagegen eingelegt oder sie löschen lassen. Die Gründe, warum Versicherte ihre ePA nicht aktiv nutzen, sind vielfältig: Die Befragten gaben mehrheitlich an, dass sie sich noch nicht mit der ePA auseinandergesetzt haben (75 %). Jeder Dritte sieht keinen persönlichen Nutzen in der ePA (33 %). Auch Datenschutzbedenken und Sorgen hinsichtlich der Datensicherheit halten Verbraucher:innen mitunter davon ab, ihre ePA aktiv zu nutzen (jeweils 13 %).

Komplizierte Einrichtung, fehlende Unterstützung

Im Verbraucheraufruf bemängeln die Verbraucherinnen und Verbraucher mitunter den komplizierten und unübersichtlichen Einrichtungsprozess der ePA. Teils kritisieren Nutzende auch die unzureichende Unterstützung und unklare Informationen durch die Krankenkassen. Außerdem wurde bemängelt, dass sich nicht immer ausreichend festlegen lässt, wer auf welche Daten zugreifen darf. Mitunter schildern Verbraucherinnen und Verbraucher, dass die ePA noch nicht im Behandlungsalltag angekommen sei, Arztpraxen die ePA nicht nutzen oder relevante Behandlungsdaten nicht hochladen.

Was sich Verbraucherinnen und Verbraucher von der ePA wünschen

Die Befragung zeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich bei der ePA insbesondere genaue Steuerungsmöglichkeiten wünschen, wer welche Daten sehen darf (68 %). „Versicherte müssen genau einstellen können, welche Praxis Zugriff auf welche Informationen erhält. So möchten Patientinnen und Patienten möglicherweise psychotherapeutische Befunde mit der Hausarztpraxis teilen, jedoch nicht unbedingt mit der Zahnarztpraxis“, so Pop. Ebenfalls wünschen sich Verbraucherinnen und Verbraucher digitale Untersuchungshefte (66 %) sowie Hinweise auf Wechselwirkungen von Medikamenten (64 %) und auf fehlende Impfungen (64 %).

Mehr Aufklärung benötigt

Obwohl 94 % der Befragten bereits von der ePA gehört haben, besteht weiterhin erheblicher Aufklärungsbedarf. Das gilt insbesondere in Bezug auf die Ausleitung von Forschungsdaten, die ab Ende des Jahres 2026 in pseudonymisierter Form umgesetzt werden soll. Nur ein Viertel der Befragten (25 %) weiß, dass Daten aus ihrer ePA künftig auch für Forschungszwecke verwendet werden können. „Die Krankenkassen und das Gesundheitsministerium müssen die Versicherten verständlich und umfassend zur ePA informieren. Das kam bislang zu kurz“, so Pop. Nur etwas mehr als die Hälfte (54 %) der Versicherten gab an, dass sie von ihrer Krankenkasse etwas über die ePA gehört haben – über ein persönliches Schreiben oder über öffentliche Informationen.

Pressemitteilung: „Elektronische Patientenakte: Viel Potenzial, bislang wenig Nutzen“. Verbraucherzentrale Bundesverband, Berlin, 18.2.2026 (https://www.vzbv.de/pressemitteilungen/elektronische-patientenakte-viel-potenzial-bislang-wenig-nutzen).

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