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Adipositas

Immer mehr Deutsche von Fettleibigkeit betroffen

8.11.2021

In Deutschland gelten fast 25% der Erwachsenen als adipös, d.h. stark übergewichtig. Neuere Datenauswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) für den Zeitraum 2009 bis 2018 zeigen vor allem in den höheren Altersgruppen ab 80 Jahren einen starken Anstieg bei der Diagnosehäufigkeit von Adipositas ‒ beispielsweise eine Steigerung um 80% bei Personen im Alter von 85 bis 89 Jahren.

Bei den Frauen stieg die Prävalenz von 8,3 auf 14,8%, bei den Männern verdoppelte sie sich sogar von 6,4 auf 12,9%. Bei Kindern und Jugendlichen scheint sich der Anstieg der Diagnosehäufigkeit von Adipositas hingegen zu verlangsamen: 2018 wurde bei 4,6% der Mädchen und 4,7% der Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren Adipositas diagnostiziert. Im Vergleich zu 2009 entspricht dies „nur“ einem Anstieg von 8% bei Mädchen (2009: 4,3%) und 15% bei Jungen (2009: 4,1%). In einigen Altersbereichen bei Kindern und Jugendlichen zeigte sich seit 2014 eine Stabilisierung bzw. sogar ein leichter Rückgang der Prävalenz, der bei Mädchen noch etwas deutlicher ausfällt als bei Jungen.

Auffällig ist auch die räumliche Variation bei der Adipositas-Prävalenz. Diese ist in den östlichen Bundesländern grundsätzlich höher. Mecklenburg-Vorpommern wies 2018 für beide Geschlechter die höchsten Prävalenzwerte auf (Frauen 18,3%, Männer 14,4%), gefolgt von Sachsen-Anhalt (Frauen 16,6%, Männer 12,2%) und Brandenburg (Frauen 15,5%, Männer 11,8%). Gleichzeitig wurde in Mecklenburg-Vorpommern mit plus 44% bei den Frauen der zweithöchste und mit plus 66% bei den Männern der höchste Prävalenzanstieg gegenüber 2009 beobachtet.

Datengrundlage der Auswertung waren bundesweite vertragsärztliche Abrechnungsdaten gemäß § 295 SGB V für die Jahre 2009 bis 2018. Versicherte wurden als prävalent erfasst, wenn sie auf Jahresebene in mindestens einem Quartal (M1Q) eine mit dem Zusatzkennzeichen „gesichert“ codierte ICD-10-Codierung E66 für Adipositas erhalten hatten. Die Prävalenz diagnostizierter Adipositas wurde pro Berichtsjahr (2009 bis 2018) als Anteil der Patienten mit Adipositas (M1Q) an der Gesamtpopulation der gesetzlich Krankenversicherten ermittelt (im Jahr 2018 n=72.318.540). Der vollständige Versorgungsatlas-Bericht Nr. 21/10 ist unter doi.org/10.20364/VA-21.10 verfügbar.

Zu berücksichtigen ist, dass diese Ergebnisse aus einer aktuellen Versorgungsatlas-Studie des Zi zu den Trends in der Diagnoseprävalenz der Adipositas in der vertragsärztlichen Versorgung von 2009 bis 2018 stammen. Also aus der Zeit vor der COVID-19-Pandemie. Inwieweit es pandemiebedingt zu einem weiteren Anstieg der Adipositas-Prävalenz kommt, wofür sich bereits jetzt in der Versorgung erste Hinweise verdichten, kann erst in zukünftigen Analysen untersucht werden.

Pressemitteilung Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), November 2021

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