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ADHS und Autismus

Digitale Plattform unterstützt integrierte Versorgung

9.9.2026

Eine kleine Pilotstudie aus dem Vereinigten Königreich deutet darauf hin, dass eine digital unterstützte, multiprofessionelle Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS und Autismus die Koordination der Behandlung verbessern und mit deutlichen Funktionsgewinnen verbunden sein könnte.

Kinder und Jugendliche mit ADHS und Autismus sind häufig zusätzlich durch Traumata, chronischen Stress und Ängste belastet. Dies kann zu erheblichen Einschränkungen im Alltag sowie zu problematischen Bewältigungsstrategien wie Selbstverletzungen, Aggressionen oder emotionalen Zusammenbrüchen führen. Im Rahmen einer Service-Evaluation erhielten acht ambulant behandelte Patientinnen und Patienten im Alter von 11 bis 18 Jahren mit ausgeprägten funktionellen Einschränkungen ein integriertes Versorgungsprogramm. Dieses umfasste psychotherapeutische Maßnahmen, systemische Familienarbeit, medikamentöse Behandlung, schulische Unterstützung, technologiegestütztes Selbstmanagement sowie eine kontinuierliche kinder- und jugendpsychiatrische Begleitung. Zentrales Element war eine sichere digitale Plattform, über die alle beteiligten Berufsgruppen in Echtzeit kommunizieren, Risiken gemeinsam überwachen und Behandlungsabläufe koordinieren konnten.

Stärker integrierte Versorung komplexer neuroentwicklungsbedingter Störungen

Alle acht Teilnehmenden schlossen das neunmonatige Programm ab. Die mittlere Punktzahl auf der Children‘s Global Assessment Scale (CGAS) stieg von 35,2 Punkten zu Beginn auf 58,3 nach drei Monaten und 79,5 nach sechs Monaten und blieb anschließend stabil. Dies entsprach einem durchschnittlichen Funktionsgewinn von 44,3 Punkten. Drei Teilnehmende beteiligten sich allerdings nur unregelmäßig an bewegungsorientierten Therapieangeboten. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet.

Die Autoren sehen in der technologiegestützten Vernetzung einen möglichen Beitrag zu einer stärker integrierten Versorgung komplexer neuroentwicklungsbedingter Störungen. Aufgrund der sehr kleinen Fallzahl, des Fehlens einer Kontrollgruppe und der gleichzeitigen Kombination zahlreicher therapeutischer Maßnahmen lässt sich jedoch nicht beurteilen, welchen Anteil die digitale Plattform oder einzelne Therapiebausteine an den beobachteten Verbesserungen hatten. Die Ergebnisse sind daher zunächst als Hinweis auf die Machbarkeit eines solchen Versorgungskonzeptes zu verstehen und sollten in größeren kontrollierten Studien überprüft werden (das Abstract wurde unverändert aus der Einreichung der Autoren und Autorinnen übernommen und ist keine begutachtete Originalpublikation).

Mohan R et al.: Beyond Multimodal Care: A synergistic approach for complex neurodevelopmental presentations: A service evaluation. Präsentiert beim „27th World Congress of IACAPAP“, Hamburg, 1.-4. Juli 2026 (https://www.iacapap-congress.com/).

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