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Onkologie

Achtsames Atmen reduziert signifikant Fatigue onkologischer Patienten bereits nach 30 Minuten

27.10.2021

Rund 70% aller Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen leiden unter Fatigue. Eine kontrollierte Studie aus Malaysia konnte jetzt zeigen, dass bereits eine einzige 30-minütige Sitzung achtsamen (bewussten) Atmens signifikante Auswirkungen auf das von den Patienten berichtete Fatigue-Ausmaß hat.

In die nicht verblindete, randomisierte Kontrollstudie wurden Patienten über 18 Jahre mit einer histopathologischen Diagnose eines hämatologischen Krebses und einem Fatigue-Score von ≥4 ‒ basierend auf der Fatigue-Subskala des Edmonton Symptom Assessment Systems (ESAS) ‒ eingeschlossen. Patienten der Interventionsgruppe erhielten neben der Standardversorgung für beide Gruppen eine gelenkte 30-minütige Sitzung mit achtsamem Atmen. Die Effekte auf den Schweregrad der Fatigue wurden mit der Fatigue-Subskala des ESAS, einer visuellen Analogskala von 0‒10 sowie dem Functional Assessment of Chronic Illness Therapy Fatigue Scale (FACIT-F, Version 4), jeweils bei Minute 0 und Minute 30, erfasst. Bei den 80 ausgewerteten Patienten lagen überwiegend Lymphome vor, gefolgt von multiplem Myelom, Leukämien und anderen Blutkrebserkrankungen. Zu Beginn der Intervention hatten beide Patientenarme einen ähnlichen ESAS-Müdigkeitsscore (median 5) und FACIT-Müdigkeitsscore. Nach 30 Minuten hatte die Interventionsgruppe einen niedrigeren ESAS-Müdigkeitsscore und FACIT-Müdigkeitsscore (mittlere SD 17,1±10,5 vs. 24,8±11,3) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Sowohl die Verringerung des ESAS-Fatigue-Scores (median -2 vs. 0; p=0,002) als auch des FACIT-Fatigue-Scores (mittlere SD -6,7 vs. +0,8; p<0,001) für die Interventionsgruppe waren statistisch signifikant. Die berechnete Effektstärke d nach Cohen betrug 1,4 für den Vergleich der Unterschiede im Gesamt-FACIT-Müdigkeits-Score zwischen den Gruppen.
Die Ergebnisse zeigen, so die Autoren, dass eine einzige Sitzung mit 30-minütigem achtsamen Atmen Fatigue-Beschwerden bei hämatologischen Krebspatienten effektiv reduzieren kann und deshalb neben anderen therapeutischen Methoden als wertvolle Ergänzung eingesetzt werden sollte.

Ng DL et al., BMC Palliat Care 2021 Oct 15; 20(1): 160, DOI 10.1186/s12904-021-00855-7, PMID 34649555

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