Bei Säuglingen birgt jede Infektion mit dem respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Die Impfung der werdenden Mutter mit dem bivalenten Präfusions-F-Impfstoff schützt das Kind ab dem Moment der Geburt.
Aufgrund ihrer engen Atemwege und ihres noch nicht ausgereiften Immunsystems sind Säuglinge bis zu einem Alter von 6 Monaten besonders gefährdet, an einer Infektion mit RSV schwer zu erkranken – insbesondere, wenn ein Teil dieses ersten halben Lebensjahres in die RSV-Saison fällt, die i. d. R. von Oktober bis März geht. „Mit der maternalen RSV-Immunisierung können über die Plazenta schützende Antikörper an das Ungeborene weitergegeben und damit ein effektiver Schutz ab der Geburt aufgebaut werden“, sagte Dr. med. Gabriele Altenburger, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe (Datteln). Die Impfung der werdenden Mutter mit dem bivalenten Präfusions-F-Impfstoff könne in den Schwangerschaftswochen 24 bis 36 erfolgen. „In unserer Praxis erleben wir täglich, dass einige Patientinnen das Thema RSV-Impfung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis kennen, jedoch sind längst nicht alle informiert. Eine ausführliche Impfaufklärung ist daher ein essenzieller Bestandteil der Schwangerenvorsorge. Wir machen das meistens zusammen mit dem Zuckerbelastungstest“, erklärte Altenburger.
Real-World-Daten zeigen Effektivität
Für die maternale Immunisierung mit dem RSV-Impfstoff sprachen sich bereits im November 2023 mehrere Fachgesellschaften aus, darunter die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). „Generell sind Impfungen in der Schwangerschaft etabliert und gelten mit allen Totimpfstoffen als sicher für Mutter und Kind. Die RSV-Impfung und die STIKO-empfohlene Pertussis-Impfung dienen primär dem Schutz des Säuglings, aber auch die Mutter profitiert vom Impfschutz“, so Altenburger.
Aktuelle Ergebnisse aus dem Versorgungsalltag belegen den Nutzen: So konnte der Impfstoff in der multizentrischen Fall-Kontroll-Studie BERNI aus Argentinien mit einer Effektivität von 78,6 % gegen hospitalisierungsbedürftige RSV-assoziierte Erkrankungen der unteren Atemwege bei Säuglingen im Alter von bis zu 3 Monaten schützen [1]. Gegen schwere RSV-assoziierte Erkrankungen der unteren Atemwege, die eine Hospitalisierung erforderten, zeigte der Impfstoff für die ersten 6 Lebensmonate eine Effektivität von 76,9 % [1]. Auch zur Sicherheit gibt es Real-World-Daten, die keine Hinweise auf erhöhte Frühgeburtlichkeit nach der Impfung liefern [2,3].
Zwei Präventionsmöglichkeiten gegen RSV-Infektionen
Neben der maternalen steht noch die passive Immunisierung des Säuglings als Präventionsmöglichkeit zur Verfügung: Die Injektion eines monoklonalen Antikörpers, die 2024 durch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfohlen wurde.
„RSV betrifft nicht nur Frühgeborene, sondern in der überwiegenden Mehrheit reifgeborene Kinder. Der Schutz gegen das Virus sollte möglichst frühzeitig aufgebaut werden – idealerweise ab dem Moment der Geburt“, sagte Dr. med. Gunther Gosch, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin (Magdeburg). „Darüber hinaus sollte das Thema RSV-Prävention ganzjährig und fachübergreifend durch die Ärzteschaft mitgedacht werden. Denn neben Neugeborenen gehören häufig auch deren Großeltern oder Familienmitglieder mit Grunderkrankungen zur Risikogruppe für schwer verlaufende RSV-Infektionen.“
Virtuelle Fachpressekonferenz „Schutz ab dem ersten Atemzug: Die maternale RSV-Impfung mit ABRYSVO® bereitet Säuglinge auf die bevorstehende RSV-Saison vor“ (Veranstalter: Pfizer Pharma GmbH), September 2025