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Kongress-Ticker

Naturmedizin in der Gastroenterologie

Heilerde bei Sodbrennen, Reizdarm & Co.

7.11.2023

Schon seit der Antike ist die Wirkung von Heilerden bei Vergiftungen, Infektionen oder Durchfallerkrankungen bekannt. Naturreine Heilerde wurde seit Jahren aktiv in der akademischen Medizin erforscht. Sie eignet sich zur Anwendung bei der Symptom-Trias: „Sodbrennen – Reizdarm – Durchfall.“

Intensive Forschungsarbeiten haben dazu geführt, dass auf Heilerde basierende Natur-Arzneimittel mehr in die ärztliche Praxis einbezogen werden. Dabei ist, wie Prof. Dr. med. Jochen Labenz (Siegen) erklärte, „Heilerde nicht gleich Heilerde.“ Vielmehr spielten die mineralogische Zusammensetzung des jeweiligen Naturprodukts und die Art der Verarbeitung beim erwartbaren Therapieerfolg eine große Rolle.

Vielfältige Struktur – Vielfalt der Wirkungen

Wie wichtig bereits in der Antike die Unterscheidung der Heilerden nach ihrer Qualität war, zeigt sich in der „Terra sigillata“ der griechischen Insel Limmos (früher Lemmos). Wegen ihrer anerkannten Qualität wurde sie in eine runde Form gepresst und mit einem Gütesiegel versehen. Auch aktuelle Produkte unterscheiden sich in den Zusammensetzungen und Indikationen. Besonders wichtig sind die gut erforschten drei mineralogischen Phasen der naturreinen Heilerde:

  • Die Carbonat-Phase: Die enthaltenen Carbonate und die große Oberfläche der fein gemahlenen Löss-Partikel neutralisieren effektiv Säuren (z. B. Magensäure) und binden polare wie unpolare organische Substanzen, z. B. Cholesterin, Gallensäuren oder Toxine.
  • Die Quarz-Phase: Durch ihren Quarz-Anteil adsorbiert die Heilerde organische Verbindungen.
  • Phase der anionischen Schichtsilikate: Diese Silikate wirken wie eine Kationen-Austausch-Matrix. Schwer­metall-Ionen wie auch biogene Amine, z. B. Histamin, werden effektiv gebunden.

Naturreine Heilerde ist ein hochwirksames Antazidum, das den Anforderungen der aktuellen S2k-Leitlinie zur Gastroösophagealen Refluxkrankheit entspricht, wie Labenz darlegte. Die Leitlinie empfiehlt zur Behandlung von Sodbrennen allgemeine Maßnahmen und eine symptombezogene medikamentöse Therapie. Dies komme einem Paradigmenwechsel gleich: „Eine Übertherapie durch Medikamente wie Protonenpumpenhemmer (PPI) zu vermeiden, was die Leitlinie ebenfalls fordert, ist somit möglich und in der Praxis umsetzbar.“ Heilerde führe zu einem spezifischen Schutz der Ösophagusschleimhaut, was Schäden durch aufsteigende Magensäure verhindere, so Labenz.

Einsatz bei Reizdarm-Syndrom

Wie Prof. Dr. med. Martin Storr (München) erklärte, eigne sich Heilerde zur Behandlung des Reizdarm-Syndroms (RDS), da sie die Magen-Darm-Tätigkeit normalisiere und schädliche Substanzen wie Histamin binde. Entscheidend sei die große Absorptionskraft für biogene Amine, speziell durch die Wirkung der Kationen-Austauscher-Matrix in den anionischen Schichtsilikaten. Dies zeige sich auch in aktuellen Studien, in denen Heilerde herkömmlichen Medikamenten zur Behandlung der RDS-Symptomatik überlegen gewesen sei, so Storr.

Meet-the-Expert „Die Leidens-Trilogie: Sodbrennen – Reizdarm – Durchfall. Experten geben Auskunft“ (Veranstalter: Heilerde-Gesellschaft Luvos Just GmbH & Co. KG)

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