Ein Mangel an Biofaktoren kann die Pathogenese des metabolischen Syndroms beeinflussen und auch den Verlauf verschlechtern. In dieser Situation unterstützt die gezielte Supplementierung mit Vitamin B12 und Vitamin D, Magnesium und Zink.
The hidden quartet – abdominale Adipositas, Hypertonie, Insulinresistenz und Dyslipidämie – bezeichnet die Risikofaktoren beim metabolischen Syndrom. Die Ursachen sind bekannt: gesüßte Getränke, hoch verarbeitete Lebensmittel, keine festen Mahlzeitenstrukturen und zu wenig Bewegung. Das Risiko ist niedriger, wenn Obst, Hülsenfrüchte, Gemüse und Vollkornprodukte verzehrt werden, ebenso Fisch und Nüsse [1]. Der Effekt verbessert sich signifikant, wenn man die körperliche Aktivität steigert.
Dass das metabolische Syndrom oft mit einem Vitamin-B12-Mangel verbunden ist, liegt an einer Malabsorption, z. B. unter der Therapie mit Metformin, möglicherweise auch bei GLP-1-Rezeptoragonisten. Diagnostiziert wird ein B12-Mangel klinisch; Laborparameter wie Serum-Vitamin-B12 und Methylmalonsäure bestätigen die Diagnose. Bei adipösen Personen mit metabolischem Syndrom und B12-Mangel sollte so schnell wie möglich behandelt werden, um neuropsychiatrische oder hämatologische Manifestationen zu verhindern. Supplementiert wird oral mit 1–2 mg Vitamin B12 pro Tag. Cave: Normalisieren sich die Biomarker nach wenigen Wochen, bedeutet das nicht, die Therapie zu beenden. Die klinischen Symptome bessern sich oft erst nach Jahren.
Risiko Magnesiummangel
Magnesiummangel gilt beim metabolischen Syndrom und bei Typ-2-Diabetes als Risikofaktor. Denn das Insulin benötigt Magnesium, um Glucose in die Zellen zu transportieren. Auch für den mitochondrialen Energiestoffwechsel ist Magnesium wichtig. Der blutdrucksenkende Effekt beruht schließlich auf der calciumantagonistischen Wirkung von Magnesium in der Gefäßmuskulatur.
Bei älteren Personen mit metabolischem Syndrom wirkte eine 12-wöchige Supplementation mit 400 mg organisch gebundenem Magnesium antiinflammatorisch und antisklerotisch und stärkte auch die vaskuläre Funktion. Signifikant verbesserten sich Muskelfunktion und Blutdruck, ebenso der HbA1c-Wert und die Cholesterinwerte [2]. Da Magnesium beim metabolischen Syndrom synergistisch mit Zink agiert, werden täglich 300–500 mg Magnesium und 20 mg Zink in organischer Bindung empfohlen. Der Tolerable Upper Intake Level (UL) wurde von der European Food Safety Agency auf 25 mg Zink pro Tag festgelegt. Nicht zuletzt belegt die aktuelle Literatur, dass eine Supplementierung mit Vitamin D das Fortschreiten eines Prädiabetes zum manifesten Diabetes verhindert [3,4]. Die Endocrine Society 2024 hat eine Empfehlung für die Vitamin-D-Supplementierung bei Prädiabetes herausgegeben [4]. Bei Adipositas können 800 –2 000 IE (20 – 50 µg) Vitamin D pro Tag supplementiert werden.
Online-Symposium „Das metabolische Syndrom – Biofaktoren im Fokus“ der Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB), Oktober 2025