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Kongress-Ticker

Atopische Dermatitis

Exponierte Areale sind besonders relevant

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

5.5.2026

Gerade bei Befall von Gesicht, Hals, Dekolleté oder Händen entsteht für Erkrankte mit atopischer Dermatitis häufig eine erhebliche psychosoziale Belastung. Sichtbar betroffene Areale sind daher nicht nur kosmetisch relevant, sondern können ein starkes Argument für eine frühzeitige systemische Therapie sein.

Juckreiz, Schlafstörungen, Schmerzen und Scham führen nicht selten zu einer massiven Einschränkung der Lebensqualität. Das wird besonders deutlich bei Patienten und Patientinnen, deren berufliches oder privates Leben durch sichtbare Hautveränderungen unmittelbar beeinträchtigt ist.

Therapeutisch sollte das Ziel heute nicht mehr nur eine partielle Besserung sein. Im Fokus steht vielmehr eine möglichst weitgehende Krankheitskon­trolle. Das bedeutet: fast keine Hautläsionen (im Sinne eines EASI-90-Ansprechens), kombiniert mit nahezu fehlendem Juckreiz. Diese Zielsetzung ist klinisch relevant, weil eine gute Kontrolle beider Leitsymptome – Ekzem und Pruritus – eng mit einer deutlich besseren Lebensqualität assoziiert ist. Ein isoliertes Ansprechen auf nur einen dieser Parameter reicht oft nicht aus, um Erkrankte im Alltag wirklich zu entlasten.

Besonders wichtig ist die richtige Therapieentscheidung im Praxisalltag. Ein relevanter Anteil der Betroffenen wäre eigentlich für eine Systemtherapie geeignet, erhält diese jedoch nicht. Hier spielen neben Vorbehalten auf Patientenseite auch strukturelle und ärztliche Faktoren eine Rolle. Umso wichtiger ist es, die Indikation konsequent zu prüfen. Bei sichtbaren Problemarealen, ausgeprägtem Juckreiz, starker Einschränkung der Lebensqualität oder unzureichender Kontrolle unter topischer Therapie sollte eine Eskalation frühzeitig erwogen werden. Und wenn eine Systemtherapie die definierten Behandlungsziele nicht erreicht, sollte ein Therapiewechsel aktiv geprüft werden.

Bei starker Einschränkung der Lebensqualität sollte früh eine Systemtherapie erwogen werden.

Mittels eines Fallbeispiels zeigte PD Dr. med. Caroline Mann (Mainz) wie relevant ein rascher Wirkungseintritt sein kann. Bei einer jungen Patientin mit schwerer Belastung durch sichtbare Läsionen und maximalem Juckreiz wurde nach gemeinsamer Entscheidungsfindung eine Systemtherapie eingeleitet. Bereits nach kurzer Zeit kam es zu einer ausgeprägten klinischen Besserung bis hin zur weitgehenden Symptomkontrolle. Der Fall illustriert damit ein zentrales Prinzip der AD-Therapie: Die „richtige“ Behandlung ist nicht nur wirksam, sondern auch patientenzentriert, schnell verfügbar und an der individuellen Lebenssituation orientiert.

Insgesamt sprach sich Dr. Mann für einen konsequenten, zielgerichteten Therapieansatz bei atopischer Dermatitis aus. Sichtbare Areale, hoher Leidensdruck und persistierender Juckreiz sollten als Warnsignale verstanden werden, frühzeitig wirksame systemische Optionen einzusetzen. Entscheidend ist, die Krankheitsaktivität nicht nur zu reduzieren, sondern die Patientinnen und Patienten in ein möglichst unbeeinträchtigtes Leben zurückzuführen.

Firmen-Symposium AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Vortrag PD Dr. med. Caroline Mann (Mainz)

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