Weltweit ist Morbus Parkinson die am schnellsten zunehmende neurologische Erkrankung, sagte Prof. Dr. med. Daniela Berg (Kiel). Waren 2021 etwa 11,8 Millionen Menschen betroffen, so werden aktuellen Schätzungen zufolge im Jahr 2050 etwa 25,1 Millionen Menschen an der degenerativen Krankheit des Zentralnervensystem erkrankt sein.
Diese Zunahme der Parkinson-Erkrankungen erklärt sich nicht nur durch den demografischen Wandel mit einem deutlichen Anstieg der älteren Bevölkerung oder durch die verbesserten Diagnoseverfahren. Leider seien sowohl die Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson als auch deren sozioökonomischen Ressourcen limitiert. Daher müsse vermehrt auf die Prävention gesetzt werden, betonte Berg. Derzeit laufen Untersuchungen zu den Risikofaktoren – sowohl zu den individuellen wie Lebensstil, genetische Disposition oder Schadstoff-Exposition als auch zu den Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung oder Trinkwasser-Verunreinigungen. Die Forscher und Forscherinnen erarbeiten in diesem Zuge einen „Polyexposure Score“, mit dem sich das individuelle Parkinson-Risiko einschätzen lässt. Langfristiges Ziel sollte es sein, frühzeitig die Noxen zu erkennen, dementsprechend gegenzusteuern – und auf diese Weise das individuelle Parkinson-Risiko zu senken.