Obwohl Hautläsionen unangenehm sind, steht bei chronischer Prurigo der Juckreiz an erster Stelle bei den belastenden Symptomen, wie PD Dr. med. Claudia Zeidler (Münster) erläuterte. Das Krankheitsbild sei sehr variabel. Zur Beurteilung der Pruritusintensität haben sich Skalen wie die numerische Ratingskala (NRS) bewährt.
Prurigene Läsionen können mittels Prurigo Activity and Severity Score bzw. dem Investor Global Assessment bewertet werden. Die Indikation zur Systemtherapie sollte bestenfalls mithilfe einer Checkliste für chronische Prurigo gestellt werden. Dabei sei die Ermittlung eines relevanten objektiven Schweregrades, einer subjektiven Belastung und ein fehlendes Therapieansprechen nachzuweisen, so Zeidler. Bis Februar 2025 stand der Interleukin(IL)-4- und IL-13-Blocker Dupilumab als erste Wahl zur systemischen Therapie zur Verfügung. Nun rückt mit dem IL-31-Blocker Nemolizumab eine neue Option im Therapieschema nach.
Der IL-31-Blocker sei schnell wirksam und bei chronischer Prurigo ab 18 Jahren zugelassen. Der Wirkstoff müsse alle 4 Wochen subkutan appliziert werden. Die Pipeline zur Behandlung der chronischen Prurigo sei prall gefüllt, sagte Zeidler weiter. Zudem könnten topische und systemische Januskinase-
Inhibitoren die Therapieoptionen in naher Zukunft erweitern.