Beim fortgeschrittenen Melanom (Stadium IV) ist die Sterberate laut Dr. med. Judith Sirokay (Bonn) nach wie vor hoch. Der Tumor sei nachweislich immunogen, besonders bei Vorliegen makroskopischer Lymphknotenmetastasen.
Dennoch sprechen 40 % der Betroffenen nicht auf eine adjuvante Immun-Checkpoint-Inhibitor (ICI)-Behandlung an. Es gibt Hinweise, dass eine neoadjuvante ICI wirksamer sein könnte. So wurde in einer Studie die Kombination aus dem PD-1-Inhibitor Nivolumab und dem CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab als neoadjuvante Gabe mit einer adjuvanten Therapie verglichen. Personen, die sehr gut darauf ansprachen (< 10 % vitale Tumorzellen im Lymphknoten-Resektat) erhielten keine weitere adjuvante Therapie, die übrigen schon. Es zeigte sich, dass ein hoher Prozentsatz sehr gut ansprach und dass diese Personen seltener Rezidive hatten. Allerdings sei der Beobachtungszeitraum noch zu kurz, um Aussagen zum Gesamtüberleben treffen zu können, so Sirokay. Eine vergleichbare Untersuchung gäbe es zum PD-1-Inhibitor Pembrolizumab. Biomarker-Studien sollten zukünftig klären, welche Personen am meisten von einer neoadjuvanten Therapie profitieren. Womöglich könnten neue Wirkstoffe wie bispezifische Antikörper Vorteile gegenüber der PD-1-Inhibition bringen.