Die hormonfreie Behandlung von vasomotorischen Symptomen eröffnet Frauen mit HR+ Brustkrebs unter adjuvanter endokriner Therapie neue Perspektiven. Der duale Neurokinin-1/-3 Rezeptorantagonist Elinzanetant reduziert signifikant die Häufigkeit von Hitzewallungen und erweist sich als gut verträglich.
Vasomotorische Symptome (VMS) wie Hitzewallungen, oft begleitet von Nachtschweiß und Schlafstörungen, sind eine häufige Nebenwirkung der endokrinen Therapie (ET) und können stärker ausgeprägt sein als in der natürlichen Menopause. Eine menopausale Hormontherapie ist bei HR+ Brustkrebs kontraindiziert, sodass viele Patientinnen unter den belastenden VMS leiden, die auch die Therapietreue gegenüber der wichtigen ET vermindern können, erklärte Dr. Joana Reis, Bayer AG.
Alexandra von Korff, Brustkrebs-Betroffene und Patientenvertreterin, schilderte die körperliche und psychische Belastung durch VMS aus ihrer persönlichen Erfahrung:
Menopausale Symptome infolge einer Krebsbehandlung können überwältigend sein und oft unerwartet auftreten. Für viele Frauen mit Brustkrebs bieten hormonfreie Optionen zur Kontrolle dieser Symptome eine wichtige Möglichkeit, die Belastung zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern, ohne die Krebstherapie zu beeinträchtigen.
OASIS-4-Studie: weniger VMS-Episoden
Elinzanetant (Lynkuet®) ist die erste duale Neurokinin(NK)-gerichtete Therapie (NK-1/-3 Rezeptorantagonist) zur Behandlung moderater bis schwerer VMS im Zusammenhang mit der Menopause oder einer ET bei Brustkrebs und wird einmal täglich oral verabreicht. Die Phase-III-Studie OASIS-4 untersuchte Wirksamkeit und Sicherheit von Elinzanetant bei Patientinnen mit HR+ Brustkrebs, die unter belastenden menopausalen Symptomen infolge ihrer adjuvanten ET leiden.
Die Symptomkontrolle ohne Hormone bietet vielen Frauen mit Brustkrebs eine bessere Lebensqualität.
Elinzanetant reduzierte signifikant die Häufigkeit der VMS [1]. „Die Daten zeigen das Potenzial, eine wichtige Versorgungslücke mit einem gezielten hormonfreien Ansatz zur Behandlung vasomotorischer Symptome zu schließen“, so Dr. Cecilia Caetano, Bayer AG.
Kaum Wechselwirkungen mit Tamoxifen oder Anastrozol
Weitere auf dem ESMO Breast Congress 2026 präsentierte OASIS-4-Analysen beleuchten das pharmakokinetische Profil von Elinzanetant, die Kompatibilität mit ET sowie mögliche Wechselwirkungen mit zielgerichteten Brustkrebstherapien [2,3].
Bei gleichzeitiger Anwendung von Elinzanetant mit Tamoxifen oder Anastrozol sind keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen zu erwarten, wobei die selbstberichtete Therapietreue gegenüber der ET über den Zeitraum von 52 Wochen hoch blieb [2]. Elinzanetant zeigte bei 75 % der untersuchten zielgerichteten oralen Brustkrebstherapien nur ein geringes Potenzial für Arzneimittelwechselwirkungen, sodass keine Dosisanpassung erforderlich war [3].
Dosisanpassung bei Ribociclib
Bei gleichzeitiger Anwendung mit moderaten oder starken CYP3A4-Inhibitoren kann eine Dosisanpassung erforderlich sein oder die Kombination sollte vermieden werden. So empfiehlt die Autorengruppe, beispielsweise bei gleichzeitiger Gabe von Ribociclib 400 mg die Elinzanetant-Standarddosis von 120 mg auf 60 mg zu reduzieren [3].
Media Roundtable „Advancing Menopause Symptom Care in Breast Cancer“ anlässlich des ESMO Breast Cancer Annual Congress 2026, Berlin (Veranstalter: Bayer AG)