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Anti-Aging

Anti-Aging in der gynäkologischen Praxis

Haut und Haar sind immer ein Thema

30.8.2021

Nicht nur die Veränderungen des Vaginalepithels durch Estrogenmangel werden in der gynäkologischen Praxis häufig besprochen. Auch die Hautalterung allgemein ist ein wichtiges Thema, bei dem unsere Patientinnen gerne ärztlichen Rat suchen.

Für Frauen sind ebenmäßige Haut und volles Haar ein wichtiger Bestandteil ihres Selbstwertgefühles – als „Zeugnis“ ihrer Fortpflanzungsfähigkeit und damit als starker sexueller Reiz. In vielen europäischen Ländern war es deshalb über Jahrhunderte üblich, dass Frauen nach der Heirat ihre Haare nicht länger in der Öffentlichkeit zeigten – sie waren dann „unter der Haube“. Das unter Musliminnen verbreitete Kopftuch soll ebenfalls das weibliche Haar vor lüsternen Blicken verbergen. Neben vollen Haaren ist ein möglichst makelloses Hautbild ein wichtiger Aspekt für die Attraktivität. Auch hier ist die Ursache wieder darin zu sehen, dass Haut biologische Zeichen versendet: Noch vor 150 Jahren wurden nur wenige Menschen sehr alt, die meisten starben früh, hauptsächlich an Infektionskrankheiten. Viele Infektionskrankheiten bewirken aber auch charakteristische Veränderungen an der Haut. Wer an einem auffälligen Ausschlag litt, Bläschen oder offene Geschwüre mit sich herumtrug, dem kam man lieber nicht zu nahe, schon um sich nicht anzustecken. Makellose Haut ist dagegen ein positives Signal, das auch heute noch eine starke Wirkung hat. Mit der Menopause treten Frauen auch in Bezug auf ihre Haut in eine neue Lebensphase ein. Neben Hitzewallungen und anderen vegetativen Symptomen gehört Hauttrockenheit in dieser Phase zu den charakteristischen Symptomen. Eine zunehmend trockene Scheide steht dabei häufig an erster Stelle, unser Beitrag auf Seite 34 widmet sich speziell diesem Thema. Der Hormonmangel betrifft aber nicht nur die Scheide. Auch die Haut im Gesicht und am ganzen Körper wird dünner, trockener und ist weniger durchblutet. Und weil der Zusammenhang mit der Scheidentrockenheit offensichtlich ist, fragen unsere Patientinnen uns dann schon gerne mal um Rat.


Exogene und endogene Faktoren

Bei der Hautalterung spielen exogene und endogene Faktoren eine Rolle. Exogen sind das vor allem UV-Licht und die Noxen-Exposition, endogen spielen genetische Faktoren eine Rolle und vor allem der Hormonmangel – ein eigenes Thema, auf das wir in der nächsten Ausgabe von DER PRIVATARZT GYNÄKOLOGIE ausführlich eingehen wollen. Exogen gehört die Reduktion von Noxen zu den effektivsten Maßnahmen, die wir Patientinnen empfehlen können. Alkohol, Tabak sowie extremer psychischer und körperlicher Stress sollten möglichst vermieden oder zumindest auf ein Mindestmaß reduziert werden. Und natürlich kann man zu „Anti-Aging-Substanzen“ greifen, deren Anzahl und Vielfalt mittlerweile unüberschaubar groß ist.[1] Gegen die exogene Hautalterung kann die klassische Kosmetik inzwischen einiges tun: Lichtschutzfaktoren schützen die Haut vor übermäßiger UV-Strahlung, Antioxidantien fangen freie Radikale ab, Moisturizer sorgen für Feuchtigkeit, diverse Pflegemittel helfen der strapazierten Haut, die äußeren Schädigungen zu bewältigen. Dermokosmetika heißen solche kosmetischen Mittel, bei denen der kosmetische Anwendungszweck unter Mitberücksichtigung dermatologischer und pharmazeutischer Gesichtspunkte erzielt wird.[2] Dermokosmetika für Anti-Aging-Zwecke sollten speziell auf die Anforderungen der alternden Haut abgestimmt sein. Ziel muss es sein, die Wirkstoffe in der richtigen Konzentration und zur richtigen Zeit zum gewünschten Ort transportieren zu können. Eine Übersicht zu Wirkstoffen mit nachgewiesener Wirksamkeit gibt die Tabelle – eine gute Übersicht, auch für Ihre Patientinnen. Red.

[1] Kapoor VK et al., Drug Discov Today 2009; 14: 899–904
[2] Pavicic T et al., www.gd-online.de

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