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Allgemeinmedizin

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Curcumin verbessert die klinische und endoskopische Remission

Dr. rer. nat. Christine Reinecke

18.1.2022

Der Farbstoff aus der Gelbwurzel verbesserte die klinischen Variablen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, das zeigte eine Metaanalyse [1]. Auch in den Living Guidelines zu Colitis ulcerosa wird die komplementäre Therapie mit Curcumin zur Remissionsinduktion erwähnt [2].

Die Ursache von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist unbekannt, doch in der Pathogenese scheint die Entzündung eine wichtige Rolle zu spielen. So nimmt man an, dass die erhöhte Aufnahme von Nahrungsfetten, ein geringer Verzehr von Gemüse und Früchten sowie Adipositas mit erhöhten Entzündungswerten assoziiert sind. Werden vermehrt aktivierte Sauerstoffspecies, Prostaglandine und Zytokine gebildet, kann die Entzündung unkontrolliert ablaufen. Wie sich Nahrungsantioxidantien auf die klinischen Variablen bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auswirken, wurde in einem systematischen Review und einer Metaanalyse untersucht. Da es zu Vitamin C und E, Resveratrol und N-Acetyl-Cystein nur begrenzte Studien gab, gingen sieben Studien über Curcumin in die Metaanalyse ein. Die Ergebnisse:

  • Curcumin-Supplementation und klinische Remission

Die gepoolte Analyse aus sieben Studien zeigte einen signifikanten Zuwachs bei der klinischen Remission (standardisierte Mittelwertdifferenz [SMD] 0,86%; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,16‒1,56; p=0,016). Bei Patienten unter 40 Jahren war keine signifikante Veränderung sichtbar (SMD -0,05%; 95%-KI -0,33‒0,23; p=0,741). Die gepoolte Analyse aus zwei Studien zeigte eine signifikante Remission der klinischen Symptome (SMD -0,96 Score; 95%-KI -1,34−0,57; p<0,001). In der Subgruppenanalyse zu Dosierung (< bzw. >1.000mg) und Dauer (< bzw. >12 Wochen) blieben die Ergebnisse unverändert. Positiv wird auch die komplementäre Therapie von Curcumin und Aminosalizylat auf die Remissionsinduktion und Erhaltung in einem Leitlinien-Statement bewertet [2].

  • Endoskopische Remission

Sechs Studien zeigten eine signifikante Zunahme der endoskopischen Remission im Vergleich zur Kontrollgruppe (SMD 0,51%; 95%-KI 0,16‒0,85; p=0,004). In der Subgruppenanalyse war der Effekt nur bei Personen <40 Jahren signifikant (SMD 0,19%; 95%-KI -0,11‒0,49; p=0,224).

  • Klinische Antwort und Lebensqualität

Die Metaanalyse aus drei Studien ergab für die Curcumin-Supplementation bessere klinische Antworten als für die Kontrolle (SMD 0,74%; 95%-KI 0,22‒1,26; p=0,005). In einer gepoolten Studie wird eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität berichtet (SMD 1,23 Score; 95%-KI 0,72‒1,74; p<0,001).

Nahrungsantioxidantien schränken die Entzündungskaskade ein, indem sie die neutrophile Infiltration der Darmmukosa reduzieren und die Bildung von Entzündungsmediatoren und Signalwegen blockieren, so die Forscher aus dem Iran. Dadurch würde die Häufigkeit von Attacken gegen die Darmmukosa reduziert.

[1] Shahinfar H et al., Complement Ther Med 2021 Dec; 63: 102787, DOI 10.1016/j.ctim.2021.102787, Epub 2021 Oct 29
[2] AWMF.org: S3 Colitis ulcerosa Living Guideline 2021-04

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