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Pneumologie

COPD

Triple-Therapie reduziert Exazerbationen

Dr. rer. nat. Christine Reinecke

30.8.2021

Treten unter einer dualen Vorbehandlung Exazerbationen der COPD auf, wird leitliniengemäß eine Eskalation mit einer Triple-Therapie erwogen, auch wenn dazu lange keine Evidenz vorlag. Diese ist mittlerweile gegeben, wie eine randomisierte, kontrollierte Studie zeigte.

Exazerbationen sind ein Problem in der Behandlung der chronisch-obstruktiven Bronchitis und des Lungenemphysems (COPD). Nicht immer können diese leitliniengerecht mit einem langwirksamen Anticholinergikum (LAMA) und einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) ausreichend kontrolliert werden. In einer Studie wurde überprüft, ob die Hinzunahme eines inhalativen Kortikosteroids (ICS) einen Vorteil im Hinblick auf die Exazerbationsrate bringt.


Wie wirksam ist eine solche Triple-Therapie?

In einer randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Parallelgruppenstudie wurde die Dreifachbehandlung mit ICS, LAMA und LABA mit einer dualen Therapie (ICS plus LABA oder LAMA plus LABA) verglichen. 10.355 Patienten mit COPD inhalierten über 52 Wochen einmal täglich entweder das Triple mit 100 μg Fluticasonfuroat (ICS), 62,5 μg Umeclidinium (LAMA) und 25 μg Vilanterol (LABA) oder die Kombination aus Fluticasonfuroat plus Vilanterol (100 μg bzw. 25 μg) bzw. Umeclidinium plus Vilanterol (62,5 μg bzw. 25 μg), jeweils aus einem Single-Inhaler. Bei Studienende betrug die Rate der moderaten oder schweren Exazerbationen in der Triple-Therapiegruppe 0,91 pro Jahr, in der Therapie-Gruppe mit Fluticasonfuroat-Vilanterol 1,07 pro Jahr (Ratenverhältnis mit Triple-Therapie 0,85; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,80–0,90; 15 % Differenz; p < 0,001), und 1,21 pro Jahr in der Umeclidinium-Vilanterol-Gruppe (Ratenverhältnis mit Triple-Therapie, 0,75; 95%-KI 0,70–0,81; 25 % Differenz; p < 0,001). Die jährliche Rate an schweren Exazerbationen, die zu einer Hospitalisierung führten, betrug unter der Triple-Therapie 0,13, verglichen mit 0,19 in der Umeclidinium-Vilanterol-Gruppe (Ratenverhältnis 0,66; 95%-KI 0,56–0,78; 34 % Differenz; p < 0,001).

In den Gruppen, die inhalative Kortikosteroide erhielten, wurde eine höhere Pneumonieinzidenz als in der Umeclidinium-Vilanterol-Gruppe beobachtet – bei der Triple-Therapie lag der Risikoquotient hierfür mit 1,53 (95%-KI 1,22–1,92; p < 0,001) signifikant höher als unter Umeclidinium-Vilanterol, wie in einer Time-to-first-event-Analyse geschätzt wurde. Die Triple-Therapie mit Fluticasonfuroat, Umeclidinium und Vilanterol führte demnach zu einer niedrigeren Rate an moderaten oder schweren COPD-Exazerbationen als die Therapie mit Fluticasonfuroat und Vilanterol oder Umeclidinium und Vilanterol. In der Triple-Gruppe wurden zudem eine bessere Lungenfunktion und eine bessere gesundheitsbezogene Lebensqualität beobachtet. Auch die Rate an Krankenhauseinweisungen war unter der Triple-Therapie niedriger als unter der dualen Therapie mit Umeclidinium-Vilanterol.

NVL Asthma, 4. Auflage, 2020. Version 1, Kurzfassung

S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), 2018, AWMF Register Nr. 020/006

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