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Allgemeinmedizin

Mineralkortikoid-Rezeptor-Antagonisten

CKD und T2D - Indikationserweiterung von Finerenon

30.5.2023

Der nicht steroidale, selektive Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist ist nun auch in frühen Stadien der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Finerenon senkt sowohl das Risiko für eine Progression der Nierenerkrankung wie auch das für kardiovaskuläre Ereignisse.

„Von aktuell 8,7 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes (T2D) entwickeln 40 % eine chronische Nierenerkrankung (CKD), die die Lebenserwartung deutlich reduziert“, sagte Prof. Dr. med. Thomas Ebert (Leipzig). Verglichen mit T2D allein erhöht die CKD die Mortalität um mehr als das 5-Fache (> Diabetes mellitus).

Prädiktor für kardiovaskuläre Morbidität/Mortalität ist die Albuminurie. Um Nierenschäden frühzeitig zu erkennen, wird der Albumin-Kreatinin-Quotient (UACR) und die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGRF) bestimmt. Beide Parameter eignen sich zur Risikoprognose. So raten die Nationalen VersorgungsLeitlinien zu einem Screening aller T2D-Patienten bei Diagnosestellung sowie zu jährlichen Kontrollen der beiden Werte. Je niedriger die eGRF, desto häufiger sollte überprüft werden.

Schutz für Herz und Nieren

Laut Prof. Dr. med. Christoph Wanner (Würzburg) hemmt Finerenon die Überaktivierung des nicht ­steroidalen Mineralokortikoid-Rezeptors (MR) und wirkt damit auf Entzündung und Fibrose, die treibenden Faktoren einer CKD. Wie die gepoolten Daten der Fidelity-Studie zeigen, wurde das Risiko für den kombinierten Nierenendpunkt um 23 % im Vergleich zu Placebo gesenkt. Reduziert wurde auch der Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin, und zwar um 32 % innerhalb von vier Monaten. Um 14 % wurde schließlich das Risiko für den kombinierten kardiovaskulären Endpunkt gesenkt.

Internationale Leitlinien empfehlen Finerenon mit Evidenzlevel A.

Den 13 000 Patienten mit CKD im Stadium 1–4, mit Albuminurie und T2D sowie unter optimierter Renin-Angiotensin-System-Inhibitoren(RASi)-Therapie ­waren 10 mg und 20 mg Finerenon über einen Beobachtungszeitraum von drei Jahren verabreicht worden. Die Sicherheit war vergleichbar mit Placebo.

In der Subgruppe mit hoher Inzidenz von Hyperkaliämie zeigten sich nur minimale klinische Auswirkungen. Dennoch sollte auf Kalium geachtet ­werden. Empfohlen wird Finerenon auch im ADA / KDIGO Konsensusbericht von 2022. Es ist ­geeignet zur Verringerung des kardiovaskulären Risikos bei CKD und T2D als dritte Säule nach ­RAS-Blockern und SGLT2-Inhibitoren. Eingesetzt wird der Wirkstoff bei ­Patienten mit T2D, eGRF ≥ 25ml/min/1,73m2, ­normalem Serum­kaliumspiegel und Albuminurie (≥ 30 mg/g) trotz maxi­mal verträglicher RASi. Wanner rät hausärztlich tätigen Kollegen: Nicht nur den Blutzucker behandeln, sondern auch Herz und Nieren einbeziehen.

Dank der breiten Indikation könne Finerenon vielfältig eingesetzt werden, wobei die Verträglichkeit nach 1 und 4 Monaten kontrolliert werden sollte. Wichtig sei, die Patienten für den Nierenschutz zu sensibilisieren, da die Niere Schrittmacher des ­akzelerierten Alterns ist. dcr

Virtuelle Pressekonferenz „Neues Therapieprinzip bei chronischer Nierenerkrankung mit Typ-2-Diabetes:  Mit Kerendia® (Finerenon) Nieren und Herz schützen“ (Veranstalter: Bayer Vital GmbH), März 2023

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