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Studien-Update

Studien-Update

Metabolisches Syndrom & Co

Anton Müller

27.3.2026

Was bleibt nach dem Absetzen Gewichtsreduzierender Arzneien? +++ meist kein Signal für erhöhtes MalignomRisiko bei GLP-1-RA-Therapie +++ Identifikation klinisch relevanter GenVarianten bei MASLD +++ Leber: Hypertonie Fördert Fibrose +++ Schwangerschaft und Fettleber

Was bleibt nach dem Absetzen Gewichtsreduzierender Arzneien?

Zum Vergleich der Gewichtszunahme nach dem Absetzen von Medikamenten zur Gewichtsreduktion (WMM) bei Erwachsenen mit Übergewicht/Adipositas durchsuchten die Autoren und Autorinnen einer aktuellen Metaanalyse die Literatur nach Studien, die WMM (≥ 8 Wochen) mit einer Nachbeobachtungszeit von ≥ 4 Wochen nach Absetzen der Behandlung thematisierten.

Von 9 288 gescreenten Titeln wurden 37 Studien einbezogen. Die durchschnittliche monatliche Gewichtszunahme betrug demnach 0,4 kg gegenüber der Kontrollgruppe. Es wurde prognostiziert, dass alle kardiometabolischen Marker innerhalb von 1,4 Jahren nach Beendigung des Einsatzes von WMM wieder auf den Ausgangswert zurückkehren würden. Die Schätzungen und die Genauigkeit erwiesen sich in den Sensitivitätsanalysen als robust.

Fazit: Diese Übersicht ergab, dass nach Beendigung der WMM-Therapie eine schnelle Gewichtszunahme und eine Umkehr der positiven Auswirkungen auf kardiometabolische Marker eintritt. Die Ergebnisse legen nahe, dass bei der kurzfristigen Anwendung dieser Medikamente ohne einen umfassenderen Ansatz zum Gewichtsmanagement Vorsicht geboten ist. 

West S et al., BMJ 2026; 392: e085304

Meist kein Signal für erhöhtes MalignomRisiko bei GLP-1-RA-Therapie

In einer Metaanalyse von 50 randomisierten kon­trollierten Studien zeigte sich bei Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) im Vergleich zu anderen Therapien für Diabetes und/oder Adiposi­tas kein signifikanter Unterschied im Gesamtrisiko für Krebserkrankungen. Das Risiko für Gebärmutterkrebs war in Studien mit adipösen ­Probandinnen in der GLP-1-RA-Gruppe signifikant reduziert, nicht jedoch in Studien, in denen eine Diabetestherapie geprüft wurde. Es zeigte sich zudem in Langzeitstudien ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs, während das Risiko für Darmkrebs nur in Kurzzeitstudien signi­fikant erhöht war.

Fazit: GLP-1-RA haben wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Inzidenz der meisten Malignome. Eine Verringerung von eng mit Adipositas assoziierten Krebsarten wäre möglich, während ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs beobachtet wurde, das laut Autorenteam näher untersucht werden sollte. 

Silverii GA et al., Diabetes Obes Metab 2025; 27(8): 4454–68

Identifikation klinisch relevanter GenVarianten bei MASLD

Dyslipidämien sind bei Patientinnen und Patienten mit metabolisch Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung (MASLD) häufig. Unklar ist jedoch, wie oft monogene Fettstoffwechselstörungen vorliegen und welche Bedeutung sie für den Leberbefund haben. Ziel der Studie war es, die Prävalenz und klinische Relevanz pathogener genetischer Vari­anten bei MASLD zu untersuchen.

In einer Kohorte von 3 358 gut charakterisierten MASLD-Patienten und -Patientinnen wurden pathogene bzw. wahrscheinlich pathogene Varianten in 6 Genen (u. a. APOB, LDLR) analysiert. Insgesamt fanden sich bei 24 Personen (0,7 %) entsprechende Varianten. Träger von APOB-Varianten wiesen im Vergleich zu gematchten Kontrollen eine ausgeprägtere Steatose und höhere Krankheitsaktivität auf, bei gleichzeitig deutlich niedrigeren LDL-Cholesterin- und Triglyceridwerten. Für LDLR-Varianten ergaben sich keine signifikanten Unterschiede in der Leberhistologie.

Fazit: Monogene Fettstoffwechselstörungen sind bei MASLD selten, können aber – insbesondere bei APOB-Varianten – mit einer stärkeren Leberverfettung und Krankheitsaktivität einhergehen. Eine genetische Abklärung kann bei auffälliger Konstellation (z. B. niedrige LDL-Werte trotz ausgeprägter Steatose) im Einzelfall sinnvoll sein. 

Schwantes-An TH et al., Liver Int 2026; 46(2): e70486

Leber: Hypertonie Fördert Fibrose

Forscher und Forscherinnen untersuchten den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und dem Risiko für unerwünschte klinische Ergebnisse sowie dem Fortschreiten der Leberverhärtung/Fibrose bei metabolisch Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung (MASLD). Ein Fortschreiten wurde als Anstieg der Lebersteifigkeit von < 10 kPa auf ≥ 10 kPa oder ein Anstieg von ≥ 20 % bei einer Ausgangs-Lebersteifigkeit von ≥ 10 kPa definiert. Einbezogen wurden 117 155 Erwachsene aus 3 Kohorten. Die Prävalenz von Hypertonie betrug je nach Kohorte 37,1 %, 33,4 % bzw. 48,9 %. In einer Kohorte war Hypertonie mit langfristigen unerwünschten klinischen Ergebnissen assoziiert. In den anderen Kohorten ging der Bluthochdruck mit einem höheren Risiko für eine Progression der Lebersteifigkeit bzw. mit einem höheren Risiko für das Fortschreiten der Leberfibrose einher.

Fazit: Bluthochdruck ist ein modifizierbarer Risikofaktor, der das Risiko für unerwünschte klinische Ergebnisse und das Fortschreiten der Lebersteifigkeit/Fibrose bei MASLD erhöht. 

Zhou XD et al., J Hepatol 2026; 84(2): 254–65

Schwangerschaft und Fettleber

Die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steato­hepatitis (MASH) ist eine schwere Verlaufsform der metabolisch Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD). Eine narrative Übersicht evaluierte, ob MASLD bei Schwangeren mit unerwünschten Ergebnissen für Mutter und Neugeborenes assoziiert ist. MASLD während der Schwangerschaft zeigt eine bidirektionale Beziehung zu Schwangerschaftsdiabetes mellitus. Mehrere Studien deuten auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hin, wobei ein höherer Schweregrad der MASLD mit einem höheren Risiko für Komplikationen einhergeht. Kürzlich für die Indikation MASH zugelassene Wirkstoffe wie Resmetirom und Semaglutid (letzteres bisher nur in den USA) kommen Betroffenen zugute, jedoch nicht den Schwangeren.

Fazit: MASLD in der Schwangerschaft kann gesundheitliche Auswirkungen für Mutter und Kind haben. Es fehlen schwangerschaftsspezifische Sicherheitsdaten für neue medikamentöse Therapieoptionen. 

Wyszynski DF et al., Review J Clin Exp Hepatol 2026; 16(2): 103431

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