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Suchterkrankungen

Repetitive transkranielle Magnetstimulation zur Rauchentwöhnung

26.10.2021

Rund ein Viertel aller Erwachsenen rauchen, mehr als 120.000 Menschen sterben jährlich an den gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Als Behandlungsalternative zu pharmakologischen und verhaltenstherapeutischen Ansätzen zur Rauchentwöhnung wird die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) erforscht.

In einer großen multizentrischen Studie aus den USA und Israel mit 262 Patienten hat sich diese nicht invasive Methode der Hirnstimulation, die häufiger zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird, nun als wirksamer Ansatz bei der Behandlung der Tabakabhängigkeit erwiesen: Die Anwendung der rTMS führte nach sechs Wochen zu mehr als einer Verdopplung der Abstinenzraten gegenüber der Placebogruppe. „Das ist in Ergänzung zu den bisherigen Behandlungsoptionen bei Tabakabhängigkeit ein beachtliches Ergebnis“, kommentiert Prof. Dr. med. Walter Paulus von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) in einer Pressemitteilung der DGKN. In den USA haben diese Ergebnisse bereits zur Zulassung der rTMS für die Behandlung von Rauchern geführt.
Seit Jahren mehren sich die Hinweise, dass die repetitive transkranielle Magnetstimulation über die Behandlung anderer psychiatrischer Leiden hinaus auch bei der Behandlung von Suchterkrankungen eine Rolle spielen könnte. Allerdings hatten die bisherigen Studien zumeist nur eine kleine Anzahl von Patienten eingeschlossen. An der nun in der Fachzeitschrift „World Psychiatry“ veröffentlichten Studie waren dagegen 262 Patienten beteiligt, die an zwölf US-amerikanischen und zwei israelischen Zentren rekrutiert wurden. Hierbei wurde eine spezielle Form der rTMS, eine „deep TMS“, eingesetzt, mit einer weniger fokal wirkenden Stimulationsspule (eine H4-Spule). „Das randomisierte und placebokontrollierte Design dieser Studie erfüllt die höchsten Standards und macht die Ergebnisse gegenüber früheren Untersuchungen belastbarer“, so die Einschätzung von Prof. Dr. med. Frank Padberg von der Psychiatrischen Uniklinik München, der das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte German Center for Brain Stimulation (GCBS) koordiniert.

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN), Oktober 2021

Originalpublikation: Zangen A et al., World Psychiatry 2021 Oct; 20(3): 397‒404, DOI 10.1002/wps.20905, PMID 34505368

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