Aus den jährlichen Inzidenzraten der Diagnosen lassen sich durchschnittliche Risiken berechnen, bis zu einem bestimmten Alter bzw. jemals an Krebs oder einer bestimmten Krebsart zu erkranken – aufgeteilt nach Männern und Frauen.
Im Lauf des Lebens erkrankt fast jeder zweite Mann (49 %) und erkranken mehr als zwei von fünf Frauen (43 %) an Krebs, etwa jede sechste Frau und jeden siebten Mann trifft die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr. Die altersstandardisierten Inzidenzraten für das maligne Melanom sind z. B. steigend: Die Rate zwischen 1999 und 2023 stieg von 19,3 auf 32,2 pro 100 000 Personen bei Männern und von 18,8 auf 29,5 bei Frauen. Beim Gebärmutterhalskrebs gibt es einen leicht rückläufigen Trend: Bei den 20- bis 34-Jährigen ist die Rate von 7,8 pro 100 000 Frauen (2015) auf 4,3 (2023) gesunken. Bei der nächsthöheren, ungeimpften Atersgruppe (35 – 49 Jahre) zeigt sich im gleichen Zeitraum kein eindeutiger Trend. Auch bei Lungenkrebs gibt es bei den Neuerkrankungsraten zwischen den verschiedenen Altersgruppen Unterschiede: Bei den 40- bis 59-Jährigen ist seit etwa 2014 ein Rückgang zu verzeichnen, während die Raten bei Frauen in höheren Altersgruppen zunahmen.
Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 5/2026, 29. Januar 2026