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Gesundheitsoutcomes

Tägliche Schrittzahl als alltagsnahe Orientierungsgröße in Beratung und Prävention

26.3.2026

Eine im Jahr 2025 publizierte systematische Übersichtsarbeit mit Dosis-Wirkungs-Metaanalysen untersuchte den Zusammenhang zwischen der im Alltag gemessenen täglichen Schrittzahl und verschiedenen Gesundheitsoutcomes bei Erwachsenen ab 18 Jahren. In die australische Analyse gingen 57 prospektive Beobachtungsstudien aus 35 Kohorten ein, für neun klinisch relevante Outcomes wurden Dosis-Wirkungs-Metaanalysen durchgeführt. Die tägliche Schrittzahl wurde dabei mittels Schrittzählern oder Beschleunigungssensoren unter realen Lebensbedingungen erfasst.

Die Ergebnisse zeigen über mehrere Outcomes hinweg einen konsistenten inversen Zusammenhang zwischen der täglichen Schrittzahl und dem Erkrankungs- bzw. Mortalitätsrisiko. Als Referenz diente eine Schrittzahl von 2.000 Schritten pro Tag, die als untere Grenze des üblichen Aktivitätsbereichs gilt. Bereits im Vergleich dazu waren höhere Schrittzahlen mit deutlichen gesundheitlichen Vorteilen assoziiert. Bei etwa 7.000 Schritten pro Tag zeigte sich für viele Endpunkte eine substanzielle Risikoreduktion. So lag das gepoolte Hazard Ratio für die Gesamtsterblichkeit bei 0,53, entsprechend einer Reduktion um 47 %. Für die Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen betrug das Hazard Ratio 0,75, für die kardiovaskuläre Mortalität ebenfalls 0,53. Auch für weitere Outcomes wie Typ-2-Diabetes, Krebssterblichkeit, Demenz und depressive Symptome wurden bei dieser Schrittzahl signifikante Risikominderungen beobachtet.

Die Analyse der Dosis-Wirkungs-Kurven verdeutlicht, dass gesundheitliche Effekte bereits bei niedrigen Schrittzahlen einsetzen und der Nutzen mit zunehmender Aktivität zunächst deutlich ansteigt. Für viele Outcomes flacht der Zugewinn pro zusätzlichem 1.000-Schritte-Inkrement ab einer Größenordnung von etwa 7.000 Schritten pro Tag ab. Für einzelne Endpunkte, darunter Krebsinzidenz, kardiovaskuläre Mortalität, Typ-2-Diabetes und Stürze, zeigte sich statistisch kein signifikanter zusätzlicher Nutzen gegenüber 7.000 Schritten, ohne dass damit ein fehlender Nutzen höherer Aktivität impliziert wäre. Für Gesamtsterblichkeit und kardiovaskuläre Inzidenz nahm das Risiko auch jenseits dieses Bereichs weiter ab, jedoch mit geringerer Steigung.

Subgruppenanalysen weisen darauf hin, dass die Form der Dosis-Wirkungs-Beziehung altersabhängig sein kann. Während sich bei jüngeren Erwachsenen überwiegend nicht-lineare Verläufe mit Plateau-Effekten zeigten, bestand bei älteren Erwachsenen ab 65 Jahren für die Gesamtsterblichkeit ein annähernd linearer Zusammenhang ohne erkennbare Abflachung, was auf einen fortgesetzten Nutzen auch höherer Schrittzahlen hindeutet.

Die Ergebnisse liefern eine belastbare empirische Grundlage für die Bewegungsberatung in Prävention und hausärztlicher Praxis. Die tägliche Schrittzahl stellt eine leicht verständliche, niedrigschwellige und alltagsnahe Kenngröße dar, mit der körperliche Aktivität unabhängig von Intensitätsstufen oder Zeitvorgaben kommuniziert werden kann. Insbesondere für Personen, die zeitbasierte Bewegungsempfehlungen als schwer umsetzbar empfinden, kann eine schrittbasierte Orientierung den Zugang zu mehr körperlicher Aktivität erleichtern. Die zentrale Botschaft, dass jeder zusätzliche Schritt zählt, wird durch die Daten gestützt, da bereits eine Steigerung von 2.000 auf 4.000 Schritte pro Tag mit einer deutlich geringeren Gesamtsterblichkeit assoziiert war. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass die Schrittzahl bestimmte Aktivitätsformen wie Radfahren nicht abbildet und ihre Aussagekraft bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität begrenzt sein kann.

Ding D et al.: Daily steps and health outcomes in adults: a systematic review and dose-response meta-analysis. Lancet Public Health. 2025 Aug;10(8):e668-e681 (DOI 10.1016/S2468-2667(25)00164-1).

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