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DAK-Gesundheitsmonotor

Das Vertrauen ins Gesundheitssystem sinkt spürbar

7.8.2026

Das Vertrauen der Bevölkerung in das deutsche Gesundheitssystem ist auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Nach dem DAK-Gesundheitsmonitor 2026 bewerten nur noch 62 % der Befragten die Gesundheitsversorgung als gut oder sehr gut, während 35 % ein negatives Urteil abgeben. Noch zu Beginn der Corona-Pandemie lag die Zustimmung bei 87 %.

Auffällig ist dabei: Die Unzufriedenheit scheint zunehmend auf eigenen Erfahrungen zu beruhen – und weniger auf abstrakten Debatten über Reformen und Finanzierung.

Für die hausärztliche Versorgung sind die Ergebnisse besonders interessant. Mehr als ein Drittel der Befragten berichtet, in den vergangenen 2–3 Jahren schlechtere Erfahrungen mit der ärztlichen Versorgung gemacht zu haben als früher. Nur 5 % sprechen von Verbesserungen. Gleichzeitig geben 72 % an, selbst oder im Familienkreis lange auf Arzttermine gewartet zu haben, fast die Hälfte sogar mehrfach.

Hinzu kommt ein Problem, das viele Praxen längst kennen: Mehr als 40 % der Befragten berichten, dass es schwierig gewesen sei, überhaupt eine Ärztin oder einen Arzt zu finden, die oder der neue Patientinnen und Patienten aufnimmt. Überfüllte Notaufnahmen und überlastetes Personal werden ebenfalls häufig genannt.

Die Probleme sind dabei nicht gleich verteilt. Ein Ärztemangel wird besonders häufig in Ostdeutschland und in ländlichen Regionen wahrgenommen. Zudem berichten Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status deutlich häufiger über wiederholte lange Wartezeiten als sozial besser gestellte Bevölkerungsgruppen. Auch gesetzlich Versicherte sind wesentlich häufiger betroffen als Privatversicherte.

Aus Sicht der Patientinnen und Patienten verdichten sich diese Erfahrungen offenbar zu einem Gesamtbild: Wer lange auf Termine wartet, Schwierigkeiten hat, eine Praxis zu finden, oder sich im System schlecht orientieren kann, verliert Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Versorgung. Der DAK-Monitor beschreibt damit weniger ein Stimmungsproblem als ein Zugangsproblem.

Als mögliche Antwort werden seit Jahren diskutierte Strukturreformen erneut ins Spiel gebracht, darunter eine stärkere Patientensteuerung über primärärztliche Strukturen. Unabhängig davon, wie solche Reformen im Detail aussehen, macht die Befragung vor allem eines deutlich: Für viele Menschen entscheidet sich die Qualität des Gesundheitssystems nicht zuerst an großen Reformgesetzen, sondern daran, ob sie bei Bedarf zeitnah einen Arzttermin bekommen und verlässlich Zugang zur Versorgung finden.

Stegmaier P: Der deutsche Patient – das kranke System: Das deutsche Gesundheitswesen hat das Vertrauen seiner Bürger verspielt, kann es aber zurückgewinnen. Monitor Versorgungsforschung. 2026;03:20-23.

* Institut für Demoskopie Allensbach; im Auftrag der DAK-Gesundheit. DAK-Gesundheitsmonitor 2026. Repräsentative Befragung von 1.015 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, mündlich-persönliche Interviews, 18.–30. April 2026. Hamburg: DAK-Gesundheit; 2026.

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