Mit rund 580 Millionen Behandlungsfällen ist die Inanspruchnahme der ambulanten vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung 2025 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben (-0,1 %). Innerhalb der einzelnen Versorgungsbereiche zeigten sich jedoch deutliche Verschiebungen: Die Zahl der Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie stieg um 3,6 % (+507.000), Schutzimpfungen nahmen deutlich zu und auch die Videosprechstunde setzte ihren Wachstumskurs mit einem Plus von 17,9 % fort. Dagegen gingen die Besuche im ärztlichen Bereitschaftsdienst erneut zurück (-9,3 %).
Das geht aus dem aktuellen Trendreport des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor, der die Entwicklung der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen von 2021 bis 2025 auswertet.
Mit 14,6 Millionen Behandlungsfällen verzeichneten Psychotherapie und Psychiatrie erneut den stärksten Zuwachs (+3,6 %). Besonders dynamisch entwickelte sich die Gruppentherapie mit einem Plus von 23,6 % auf 464.000 Behandlungen, während die Zahl der Einzeltherapien um 0,9 % auf 4,4 Millionen zunahm. Auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die psychotherapeutische Versorgung durch nichtärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten legten erneut überdurchschnittlich zu.
Die Zahl der vertragsärztlich dokumentierten Schutzimpfungen stieg ebenfalls deutlich. 2025 wurden 10,7 Millionen Influenza-Impfungen (+7,5 %), 3,5 Millionen COVID-19-Impfungen (+1,6 %) sowie 25,8 Millionen sonstige Schutzimpfungen (+16,4 %) erbracht.
Weiter auf Wachstumskurs blieb auch die Videosprechstunde. Mit 3,2 Millionen telemedizinischen Konsultationen wurde nahezu wieder das Niveau der COVID-19-Pandemie erreicht. Anders als damals entfiel inzwischen mehr als die Hälfte aller Videosprechstunden auf Hausarztpraxen (51,4 %), während psychotherapeutische Leistungen nur noch ein Drittel ausmachten. Die größte absolute Zunahme verzeichneten ebenfalls die Hausärzte.
Demgegenüber setzte sich der Rückgang der Fahrdienstbesuche im organisierten ärztlichen Bereitschaftsdienst fort. Mit 851.000 Einsätzen wurden 2025 rund 9,3 % weniger Besuche abgerechnet als im Vorjahr.
Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried sieht in den Daten einen Hinweis darauf, dass gesundheitspolitische Reformen stärker an der tatsächlichen Versorgungspraxis ausgerichtet werden müssten. Angesichts des anhaltend steigenden Bedarfs an psychotherapeutischen Leistungen kritisierte er die geplanten Einschnitte bei der Vergütung als falsches Signal. Zugleich spreche der Rückgang der Bereitschaftsdienstbesuche ebenso wie der Ausbau der Videosprechstunden dafür, die Reform der Akut- und Notfallversorgung stärker an den veränderten Versorgungsrealitäten auszurichten.
Weitere Information: Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland – Bundesweiter tabellarischer Report vom 1. Quartal 2021 bis 4. Quartal 2025 online verfügbar unter https://www.zi.de/fileadmin/Downloads/Service/Publikationen/Zi_TrendReport_2025.pdf
Pressemitteilung: „Zi-Trendreport 2025: Weiter starker Zuwachs bei Psychotherapie“. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Berlin, 15.7.2026 (https://www.zi.de/das-zi/medien/medieninformationen-und-statements/detailansicht/deutlich-mehr-impfungen-in-arztpraxen-aufwaertstrend-bei-videosprechstunde-haelt-an-besuche-im-bereitschaftsdienst-gehen-kontinuierlich-zurueck).