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Bewegungsapparat

Intensives körperliches Training vor Rückenschmerz-Therapie

20.10.2021

Nacken- und Rückenschmerzen haben als weltweit häufigste muskuloskelettale Beschwerden schwerwiegende individuelle und gesellschaftliche Folgen. Zu ihrem prognostischen Wert liegen jedoch nur begrenzte und widersprüchliche Einsichten vor.

Eine prospektive Kohortenstudie aus Schweden sollte den Zusammenhang zwischen körperlicher Freizeitaktivität und der Verbesserung von Nacken- und/oder Rückenschmerzen bei einer Erwerbsbevölkerung untersuchen, die manuelle Therapie bzw. herkömmliche evidenzbasierte Versorgung in einer von zwei randomisierten kontrollierten Studien (RCT) erhielt. Es zeigte sich, dass nur intensive sportliche Freizeitaktivitäten Schmerzen verbesserten, und dies auch nur bei Patienten mit Rückenschmerzen.
Es wurden Datenanalysen aus zwei schwedischen RCT durchgeführt, in denen die Wirkung manueller Therapien bei Nacken- und/oder Rückenschmerzen untersucht wurde. Die Teilnehmer (n=1.464) beantworteten Fragebögen zur Häufigkeit und zur Intensität ihrer körperlichen Aktivitäten zu Studienbeginn, wobei moderate resp. starke Intensität mit fehlender resp. niedriger/unregelmäßiger Aktivität verglichen wurden. Zur Bewertung der Schmerzintensität wurden numerische Skalen zu Studienbeginn und 3-, 6- und 12-Monats-Follow-ups eingesetzt (ein modifizierter „Chronic Pain Questionnaire“, CPQ). Als minimale klinisch bedeutsame Verbesserung der Schmerzintensität wurde eine Verbesserung der mittleren Schmerzintensität bei der Nachuntersuchung ≥2 Punkte definiert. Patienten, die körperliche Freizeitaktivitäten hoher Intensität durchgeführt hatten, zeigten nach zwölf Monaten eine minimale klinisch bedeutsame Verbesserung im Vergleich zur Kontrollgruppe (RR 1,35; 95%-KI 1,06‒1,73), vorher jedoch nicht. Moderate körperliche Aktivitäten hatten bei keinem Follow-up erkennbare Auswirkungen auf die Schmerzintensität. Stratifizierte Analysen zeigten, dass die Wirkung von intensiver Aktivität nach zwölf Monaten besonders bei Rückenschmerzen hilfreich waren (RR 1,83; 95%-KI 1,26‒2,66), nicht aber bei Nackenschmerzen (RR 1,06; 95%-KI 0,75‒1,49). Eine schlüssige Erklärung für diese Ergebnisse haben die schwedischen Forscher nicht, zumal es keine Hinweise auf kausale Zusammenhänge von körperlicher Aktivität in der Freizeit und dem Auftreten von Nacken- oder Rückenschmerzen gibt.

Holm LW et al., BMC Musculoskelet Disord 2021 Oct 8; 22(1): 857, DOI 10.1186/s12891-021-04727-2, PMID 34625083

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