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Gynäkologie

Medikamentenporträt

Bedarfsgerechte Eisenversorgung in der Praxis

16.10.2026

Eisenmangel ist in der Gynäkologie ein Querschnittsthema. Starke Menstruationsblutungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Ernährungsfaktoren sind typische Risikokonstellationen. Bei Floradix stehen bedarfsgerechte Dosierung, Verträglichkeit und langfristige Einnahmetreue im Fokus.

Eisenmangel gehört zu den häufigsten Mangelsituationen bei Frauen. Menstruationsbedingte Blutverluste, Schwangerschaft und Stillzeit, operative Eingriffe sowie Ernährungs- und Resorptionsfaktoren können die Eisenbilanz beeinträchtigen. Gleichzeitig wird ein beginnender Speichereisenmangel durch die alleinige Bestimmung des Hämoglobins leicht übersehen. Für die orale Supplementierung rückt deshalb eine Strategie in den Vordergrund, die frühzeitig ansetzt und nicht allein auf möglichst hohe Eisendosen zielt. Floradix mit Eisen führt täglich 36,8 mg zweiwertiges Eisen in flüssiger Form zu und ist bei erhöhtem Eisenbedarf zugelassen.

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Eisenmangel: ein gynäkologisches Querschnittsthema

Eisen ist essenziell für Hämoglobinsynthese und Sauerstofftransport sowie zahlreiche enzymatische Stoffwechselprozesse. Ein Defizit kann sich bereits vor einer manifesten Anämie durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Kopfschmerzen oder Schwindel bemerkbar machen. Sichtbare Hinweise können blasse Haut, Mundwinkelrhagaden, Haarausfall oder brüchige Nägel sein [1-3].

In der gynäkologischen Praxis sind insbesondere Patientinnen mit starker oder verlängerter Menstruation gefährdet. Bei Hypermenorrhö, z. B. durch Myome oder Endometriose, kann der monatliche Eisenverlust die alimentäre Kompensation dauerhaft übersteigen. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf durch die Expansion des mütterlichen Blutvolumens, Plazentabildung und fetale Versorgung; postpartale Blutverluste und Stillzeit können die Eisenbilanz weiter belasten. Hinzu kommen perioperative Blutverluste, vegetarische oder vegane Ernährung und eine eingeschränkte Resorption, etwa unter längerfristiger Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) oder Antazida [1-3].

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Diagnostik: nicht erst auf den Hb-Abfall warten

Der Eisenmangel entwickelt sich stufenweise. Zunächst leeren sich die Speicher und Ferritin fällt ab, während der Hb-Wert noch normal ist (Tab., Abb.). Erst später wird die Erythropoese eingeschränkt und schließlich entsteht eine Eisenmangelanämie. Bei klinischem Verdacht oder typischer Risikokonstellation sollte der Eisenstatus daher über den Hb-Wert hinaus beurteilt werden, insbesondere unter Einbeziehung des Ferritins und – abhängig von der Situation – der Transferrinsättigung (Tab.) [1,3].

Im Gegensatz zum absoluten Eisenmangel, der durch eine negative Eisenbilanz entsteht, führen Erkrankungen, die mit Entzündungen einhergehen, zum funktionellen Eisenmangel. Hier ist die Diagnostik differenzierter: Ferritin kann als Akutphaseprotein normal oder erhöht sein. Gleichzeitig kann entzündungsbedingt vermehrt gebildetes Hepcidin Ferroportin hemmen und die Mobilisierung von Speichereisen begrenzen, sodass vorhandenes Eisen ggf. nicht verfügbar ist. Bei Verdacht auf funktionellen Eisenmangel sollten daher CRP-Wert und Transferrinsättigung erhoben werden [2,3].

Warum „mehr Eisen“ nicht automatisch „besser“ ist

Nicht-Häm-Eisen wird im proximalen Dünndarm über den divalenten Metalltransporter DMT-1 in zweiwertiger Form (Fe²+) aufgenommen. Anschließend kann es im Enterozyten als Ferritin gespeichert oder über Ferroportin an den Kreislauf abgegeben werden. Diese Abgabe wird wesentlich durch Hepcidin reguliert [2,4].

Hohe orale Eisendosen erhöhen die Hepcidin-Ausschüttung und können dadurch die fraktionelle Resorption nachfolgender Dosen vermindern [4]. Zugleich verbleibt mehr nicht resorbiertes Eisen im Darmlumen. Übelkeit, abdominale Beschwerden, Obstipation oder Diarrhö können die Folge sein und die Adhärenz einer über Wochen notwendigen Supplementierung beeinträchtigen [3-6]. Entscheidend ist daher nicht nur die nominelle Dosis, sondern die über die Behandlungsdauer tatsächlich resorbierte und zuverlässig eingenommene Eisenmenge. Klinische Daten stützen diesen Ansatz: In einer Studie bei älteren Menschen mit Eisenmangelanämie führte niedrig dosiertes Eisen zu vergleichbaren Verbesserungen von Hb und Ferritin wie eine Hochdosistherapie, jedoch mit weniger gastrointestinalen Nebenwirkungen [5]. Auch bei Frauen mit Eisenmangel ohne manifeste Anämie wurde die Wirksamkeit niedriger Dosierungen beschrieben [6].

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Floradix mit Eisen: 36,8 mg Fe²+ in flüssiger Form

Floradix mit Eisen ist ein flüssiges Arzneimittel für den erhöhten Eisenbedarf, wenn ein Risiko für die Entstehung eines Eisenmangels erkennbar ist. Die Tagesdosis von 45 ml entspricht 36,8 mg Eisen. Sie kann auf 2 × 22,5 ml oder 3 × 15 ml verteilt werden. Durch die flüssige Darreichungsform liegt das Eisen bereits gelöst vor. Zusätzlich enthält das Präparat Ascorbinsäure. Vitamin C unterstützt die Verwertung von Nicht-Häm-Eisen [3,7]. Damit liegt Floradix in einem vergleichsweise niedrigen therapeutischen Dosisbereich der oralen Eisensupplementierung. Der Ansatz verbindet eine bedarfsgerechte, verträgliche Eisenzufuhr mit einer patientenfreundlichen Darreichungsform. Dies kann relevant sein, wenn

  • Risikogruppen die Eisenspeicher präventiv füllen,
  • Patientinnen Wert auf eine wirksame und gut verträgliche Therapieoption legen,
  • höher dosierte feste Präparate wegen gastrointestinaler Beschwerden nicht konsequent eingenommen werden.

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Klinische Daten in der Schwangerschaft

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Floradix mit Eisen wurden in einer multizentrischen, randomisierten Studie bei Schwangeren mit Eisenmangel untersucht [8]. Einbezogen wurden Frauen in der 20.–28. SSW mit Hb-Werten von 9,5 –11,2 g/dl und Ferritin < 20 µg/l. Es wurden 26 Patientinnen 1 : 1 randomisiert zu Floradix mit Eisen (36,8 mg Fe²+/Tag) und einer festen Darreichungsform (50 mg Fe²+/Tag) bis zur Entbindung.

In beiden Gruppen stieg das Hämoglobin an. Unter der flüssigen Darreichungsform war der Anstieg jedoch früher und in den ersten 10 Wochen ausgeprägter. Der mittlere Hb-Wert erhöhte sich von 10,8 g/dl (Baseline) auf 11,6 g/dl nach 4 und 12,3 g/dl nach 8 Wochen; im Vergleichsarm von 10,6 auf 10,9 bzw. 11,1 g/dl. Die Unterschiede des absoluten Hb-Anstiegs waren nach 4, 6, 8 und 10 Wochen signifikant zugunsten der flüssigen Form [8]. Auch Ferritin nahm unter Floradix früher und stärker zu: von 11,2 ng/ml (Baseline) auf 16,3 ng/ml nach 4, 18,5 ng/ml nach 6 und 20,0 ng/ml nach 8 Wochen. Im Vergleichsarm lagen die entsprechenden Werte ausgehend von 10,4 ng/ml bei 11,3, 11,8 und 11,7 ng/ml. Die Gruppenunterschiede waren nach 4, 6 und 8 Wochen signifikant. In Woche 10 und 12 wurde die Signifikanz knapp verfehlt [8].

Die Langzeitbehandlung war insgesamt gut verträglich. Dokumentiert wurden drei nicht schwerwiegende unerwünschte Ereignisse unter beiden Therapien [8]. Aufgrund der kleinen Fallzahl und des offenen Designs ist die Aussagekraft begrenzt. Die Daten zeigen jedoch, dass eine niedrigere Eisendosis nicht zwangsläufig mit einer geringeren Wirksamkeit verbunden sein muss.

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Einnahme und Adhärenz mitdenken

Eisen wird bevorzugt nüchtern eingenommen. Kaffee, Tee, phytatreiche Lebensmittel, Calcium etc. können die Resorption vermindern. Auch zu Arzneimitteln wie Antibiotika, Antazida, PPI und Schilddrüsenhormonen sind Einnahmeabstände zu beachten. Neben dem Eisenstatus sollten Verträglichkeit, Darreichungsform und Adhärenz in die Präparatewahl einfließen. Eine hohe Dosis bietet wenig Vorteil, wenn die Patientin die Behandlung wegen gastrointestinaler Beschwerden abbricht oder das Arzneimittel unregelmäßig einnimmt. Die niedrige, aber therapeutische Tagesdosis von Floradix mit Eisen erlaubt eine kontinuierliche Erhöhung der Eisenspeicher.

Eisenmangel ist in der Gynäkologie ein Querschnittsthema. Starke Menstruationsblutungen, Schwangerschaft und Stillzeit, perioperative Blutverluste, Ernährungsfaktoren und Resorptionsstörungen sind typische Risikokonstellationen. Da sich die Eisenspeicher bereits leeren, bevor der Hb-Wert sinkt, kommt der frühzeitigen Diagnostik einschließlich Ferritin sowie der Beratung von Risikogruppen und Anämieprävention eine wichtige Rolle zu. Für die orale Supplementierung spricht die physiologische Regulation gegen das einfache Prinzip „je höher die Dosis, desto besser“. Floradix mit Eisen liefert 36,8 mg Fe²+ pro Tag in flüssiger Form und ist bei erhöhtem Eisenbedarf zugelassen, wenn ein Risiko für die Entstehung eines Eisenmangels erkennbar ist.

  1. DGHO. Leitlinie Eisenmangel und Eisenmangelanämie 2025
  2. Choi M, Kipps TJ. Hematopoietic agents: growth factors, minerals, and vitamins. In: Goodman & Gilman’s The Pharmacological Basis of Therapeutics. 14th ed. New York: McGraw-Hill; 2023
  3. Schneider-Nowak H, Michiel S, Pharmakon 2025; 13: 103–110
  4. Moretti D et al., Blood 2015; 126: 1981–1989
  5. Rimon E et al., Am J Med 2005; 118: 1142–1147
  6. Simic S et al., Swiss Med Wkly 2023; 153: 40079
  7. Pasricha SR et al., Lancet 2021; 397: 233–48
  8. Hanusch CA et al., Gyne 2017; 38(5): 48–56

Impressum
Bericht I Redaktion I Konzept: Dr. rer. nat. Reinhard Merz
MiM Verlagsgesellschaft mbH (Neu-Isenburg)
Mit freundlicher Unterstützung der Salus Pharma GmbH (Bruckmühl)

Bildnachweis: privat

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