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Allgemeinmedizin

Elektronische Patientenakte

Digitale Zwillinge

Yasmin Niederstenschee, Dr. rer. nat. Reinhard Merz

12.10.2026

Der Begriff „digitaler Zwilling“ beschreibt weit mehr als eine elektronische Patientenakte, erklärte Prof. Dr. med. Robin Wilkening (Hiddensee). Entscheidend sei der geschlossene Regelkreis: Gesundheitsdaten aus Genetik, Labor, Bildgebung und Wearables fließen kontinuierlich ein, der Zwilling gibt im Gegenzug Rückmeldung zu Schlaf, Bewegung oder Ernährung und erlaubt, Interventionen zunächst virtuell zu simulieren, bevor sie am Menschen erfolgen.

Eine aktuelle Analyse zeigte dabei, dass simple, aber kontinuierlich erhobene Wearable-Daten wie Schlafdauer und -qualität mehr als 30 klinische Outcomes präziser vorhersagten als punktuell erhobene Biomarker. Auch in der Arzneimittelforschung gewinnen sogenannte In-silico-Trials an Bedeutung, bei denen digitale Zwillinge simuliert werden und so Zeit sowie 2-stellige Millionenbeträge einsparen können. Das bestimmende ethische Prinzip ist die dezentrale Datenhaltung: Gesundheitsdaten bleiben bei Patientinnen und Patienten, Anfragen werden zu den Daten geschickt statt umgekehrt, gesteuert über eine dynamische Zustimmung.

Symposium „Männergesundheit“

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