Alopecia areata (AA) betrifft in Deutschland rund 170 000 Menschen (Prävalenz 0,21– 0,22 %), pro Jahr kommen etwa 70 000 Neudiagnosen hinzu. Frauen über 40 Jahre sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Die 2026 aktualisierte S3-Leitlinie nennt eine positive Familien- oder Eigenanamnese für Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Vitiligo sowie Atopie als Risikofaktoren.
Therapeutisch hat sich das Spektrum erweitert: Bei leichter bis moderater AA bleiben topische bzw. intraläsionale Kortikosteroide Mittel der ersten Wahl. Bei schwerer und sehr schwerer AA (SALT-Score ≥ 50 %; misst den Anteil kahler Kopfhautfläche) empfiehlt die Leitlinie bei Erwachsenen den Einsatz der JAK-Inhibitoren Baricitinib (ab 18 Jahren, EU-Zulassung seit 2022) und Ritlecitinib (ab 12 Jahren, seit 2023). Daneben stehen bei mittelschwerer bis schwerer AA im Erwachsenenalter auch Methotrexat (kombiniert mit systemischen Kortikosteroiden) oder – bei rasch fortschreitendem Verlauf – kurzzeitig Cyclosporin A als Optionen zur Verfügung. Bei ausgedehntem und rasch fortschreitendem Haarausfall sollte frühzeitig an eine fachdermatologische Anbindung gedacht werden.
AWMF. Alopecia areata. AWMF-Reg.-Nr. 013-104, 2026