Der kutane Lupus erythematodes (CLE) tritt bei bis zu 80 % der Patienten und Patientinnen mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) auf und geht mit erheblicher Krankheitslast einher: Rund die Hälfte der Betroffenen berichtet von eingeschränkter Lebensqualität, häufig sind zudem Depressionen, Fatigue, Juckreiz, Photosensitivität und soziale Stigmatisierung, erläuterte Prof. Dr. med. Claudia Günther (Tübingen).
Basistherapie bleiben das Meiden von Triggern wie Sonne und Rauchen sowie Hydroxychloroquin, das den Übergang von CLE zum SLE verringert. In der Schwangerschaft solle es nicht abgesetzt, sondern gezielt fortgeführt oder bei Kinderwunsch neu angesetzt werden, da es Krankheitsschübe verhindere und für bessere Outcomes sorge. Bei fehlender Remission und ausgeprägten Hautmanifestationen kommen Methotrexat (MTX) sowie – bei begleitendem SLE – die zugelassenen Biologika Belimumab und Anifrolumab zum Einsatz. Für Letzteres zeigten sowohl Studien- als auch Registerdaten ein rasches und ausgeprägtes Ansprechen der Haut über die Interferon-Typ-1-Blockade. Mit Anifrolumab, Belimumab, Litifilimab und weiteren Substanzen befinden sich mehrere, spezifisch für den CLE geprüfte Therapien in klinischer Entwicklung.
Symposium „Autoimmunerkrankungen in der Praxis“