Unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Diana Rubin (Berlin), eine der Koordinatorinnen, wurde die neue S3-Leitlinie „Ernährung in der Onkologie“ vorgestellt und diskutiert. Neu hinzugekommen ist ein Kapitel zur Ernährung bei operativer Tumortherapie.
Die neuen Empfehlungen sehen unter anderem vor, dass der Ernährungsstatus vor und nach größeren onkochirurgischen Eingriffen mehrfach erhoben wird. Patienten und Patientinnen, die voraussichtlich über mehrere Tage nach der Operation keine feste Nahrung zu sich nehmen können, sollen umgehend künstlich ernährt werden. Für die präoperative Phase empfiehlt die Leitlinie unter anderem, dass Betroffene mit starkem Gewichtsverlust zunächst eine Ernährungstherapie erhalten sollten, auch wenn sich dadurch der Operationstermin verschiebt.
Mit 11 Empfehlungen ordnet die Leitlinie auch besondere Ernährungsformen wie vegane, ketogene Ernährung oder die sogenannten Krebsdiäten kritisch ein. Für vegetarische oder vegane Ernährung fehlt demnach noch die Evidenz, um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen. Zudem wird in der Leitlinie von strikten Diätvorschriften abgeraten, weil sie das Risiko von Mangelernährung und Gewichtsverlust bergen und es keine Evidenz für einen Nutzen gibt. Dazu zählen Fasten, ketogene Diäten sowie die Diäten nach Budwig und Breuß.
In der Palliativversorgung ist die Empfehlung neu, wiederholt zu prüfen, ob eine enterale oder parenterale Ernährung noch dem Therapieziel entspricht. Diese Entscheidung soll regelmäßig gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten sowie Betreuenden evaluiert und bei Bedarf neu getroffen werden. Um psychische und physische Belastungen durch möglicherweise unterschiedliche Wünsche von Betroffenen und Angehörigen zu vermeiden, sollten in den Phasen der Palliativversorgung qualifizierte Ernährungsfachkräfte hinzugezogen werden.
Highlight-Sitzung „Essentials aus der neuen S3-Leitlinie Ernährung in der Onkologie“