Etwa jede zweite Schwangere mit Gestationsdiabetes (GDM) entwickelt innerhalb von 10 Jahren einen Typ-2-Diabetes, 70 % innerhalb von 20 Jahren, warnte Prof. Dr. med. Tanja Groten (Köln). Betroffene Frauen hätten ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Depressionen. Außerdem sei es bei bestehendem GDM möglich, Diabetes-Subtypen mit Sekretionsschwäche oder Insulinresistenz zu erkennen.
Es ist daher dringend notwendig, flächendeckend Nachsorgekonzepte zu entwickeln, die all diese Aspekte berücksichtigen, um eine Basis für eine individualisierte (finanzierte) Prävention zu legen und dem lebenslangen Gesundheitsrisiko von Frauen mit Gestationsdiabetes zu begegnen. Hierfür seien interprofessionelle Nachsorgeteams notwendig, denen auch Nachsorgehebammen angehören sollten. Ein solches Konzept könne die Zahl Betroffenen erhöhen, die die Nachsorge wahrnehmen und möglicherweise ihr Verhalten nachhaltig verändern. Verfahren wie Bio-Feedback, das die Frauen mittels Sensoren über ihr Ess- und Bewegungsverhalten informiert, könnten sich dabei als hilfreich erweisen.