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Kongress-Ticker

Strahleninduziertes Angiosarkom

Checkpoint-Inhibitoren als Therapieoption

Yasmin Niederstenschee

19.10.2026

Nach einer Strahlentherapie am Brustkorb kann Jahre später im bestrahlten Areal ein bösartiger Gefäßtumor der Haut entstehen. Für Betroffene, bei denen die Standardtherapie versagt, könnte eine kombinierte Immuntherapie eine neue Option darstellen.

Eine retrospektive Analyse eines Forschungsteams um Dr. med. Melissa Harbrücker (Mannheim) umfasste 69 Personen mit strahlenbedingtem Sarkom, davon 49 mit strahlenassoziiertem Angiosarkom nach Brustkrebsbehandlung. Der Tumor entstand im Median 9,2 Jahre nach der Bestrahlung, ausschließlich innerhalb des bestrahlten Feldes. Nur bei jeder 10. Patientin lag die Erstbehandlung an einem spezialisierten Sarkomzentrum. 83,7 % der Betroffenen erhielten eine Mastektomie. Das progressionsfreie ­Überleben lag im Median bei 9 Monaten, das Gesamtüberleben bei 63 Monaten. Eine Kombination aus Operation und Chemotherapie zeigte einen Trend zu einem längeren therapiefreien Intervall, ohne statistische Signifikanz zu erreichen.

Die Bestrahlung selbst bleibe der einzige eindeutig belegte Risikofaktor für die Tumorentstehung, so Harbrücker. Die operative Entfernung sei die Basis der Behandlung, ergänzende systemische Therapien könnten einzelnen Patientinnen zugute­kommen.

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Later-Line-Therapie nach Versagen der Standardtherapie

Bei fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung stehen laut Dr. med. Magdalena-Sophie Greiner (Würzburg) bislang wenig wirksame Optionen zur Verfügung: Nach Versagen der Erstlinientherapie mit Paclitaxel kommen etwa Pazopanib oder Anthrazykline infrage, dauerhafte Remissionen blieben aber die Ausnahme. Greiner berichtete von 3 Personen mit fortgeschrittenem kutanem Angiosarkom, bei denen das behandelnde Team nach Versagen dieser Therapien off-label auf die Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab auswich. Bei 2 Betroffenen mit Angiosarkom im Kopf-Hals-Bereich – der klassischen, UV-assoziierten Form – kam es zu einer partiellen bzw. vollständigen Remission über mehrere Monate. Auch bei einem strahleninduzierten Angiosarkom der Brustwand nach Mammakarzinom hielt eine partielle Remission über 14 Monate an.

Die bisher postulierte biologische Grundlage für den Einsatz der Immuncheckpoint-Hemmer betreffe vor allem die klassische Form: Genomanalysen zufolge weise sie eine hohe Mutationslast mit UV-Signatur auf, was ein besseres Ansprechen auf Immuntherapien nahelege. Für die strahleninduzierte Variante mit eigener Tumorbiologie sei dies nicht in gleicher Weise belegt. Dass auch hier ein Ansprechen möglich sein könnte, deute neben dem geschilderten Fall eine US-amerikanische Studie an, in der von 16 Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Angiosarkom 3 Tumoren strahlenassoziiert waren und die Kombinationstherapie auch bei ihnen ansprach.

Strahleninduzierte Angiosarkome blieben trotz seltener Fallzahlen prognostisch ernst und therapeutisch limitiert, so die beiden Referentinnen übereinstimmend. Die Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab könne nach Versagen der Standardtherapie eine Option darstellen, auch wenn die biologische Rationale für die strahleninduzierte Unterform noch nicht abschließend geklärt sei.

Symposium „Seltene Hauttumore“

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