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Kongress-Ticker

Option bei resistenter Hypertonie

Stellenwert der renalen Denervierung

20.1.2026

Bei für medikamentöse Therapien resistenter Hypertonie bleiben nur wenige Behandlungsoptionen. Bei anhaltender Therapieresistenz gehört die renale Denervierung (RDN) dazu ­­– sogar bei Betroffenen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD). Auch hier ist eine klinisch relevante Blutdrucksenkung möglich.

Im Jahr 2024 hatten 1,4 Milliarden Menschen im ­Alter von 30 bis 79 Jahren Hypertonie, weniger als 20 % wurden adäquat behandelt. Zur leitliniengerechten Therapie bei unkontrollierter Hypertonie referierte Dr. med. Saarraaken Kulenthiran (Homburg).

Die TRIUMPH-Studie hatte ergeben, dass ein viermonatiges Reha-Programm mit Diät und Bewegung Blutdruck und kardiovaskuläre Biomarker signifikant besserte. Erkrankte mit primärem Aldosteronismus (PA) hatten unabhängig vom Blutdruck mehr kardiovaskuläre Ereignisse als jene mit essenzieller Hypertonie. Das frühe Erkennen von PA hilft, Komplikationen zu vermeiden. Die Therapie umfasst Spironolacton und Betablocker. Bleibt der Blutdruck unkontrolliert, kann sie mit Alphablockern, zentral wirksamen Antihypertensiva und kaliumsparenden Diuretika intensiviert werden. Bei anhaltender Therapieresistenz sollte in einer multidisziplinären ­Nutzen-Risiko-Analyse eine RDN erwogen werden, um den Sympathikotonus zu senken.

Fortschritte auch bei der Medizintechnik

In den RADIANCE-Studien (SOLO, TRIO, RADIANCE II), die Dr. med. Karl Fengler (Leipzig) vorstellte, wurde ein verblindetes, sham-kontrolliertes Design verwendet, um die Wirksamkeit einer RDN nachzuweisen. Nach 2 Monaten senkte RDN den systolischen Tagesblutdruck stärker als die Sham-Behandlung (-8,5 vs. -2,9 mmHg) (Abb.). Die gepoolte RADIANCE-Analyse ergab eine Senkung des systolischen Praxisblutdrucks um 10,4 mmHg. Eine solche ­Senkung kann Herz­insuffizienz um 28 %, Schlaganfälle um 27 %, ­koronare Herzerkrankungen um 17 % und die ­Gesamtmortalität um 13 % reduzieren. Fengler ­betonte, dass neue Techniken die Limitationen früherer Geräte überwinden. Leitlinien empfehlen die RDN bei resistenter Hypertonie und hohem kardiovaskulärem Risiko, gestützt durch Praxisdaten zu Blutdruck- und Risikosenkung.

Prof. Dr. med. Roland Schmieder (Erlangen) präsentierte neue Erkenntnisse zur RDN bei chronischer Nierenerkrankung. Die globale SYMPLICITY DEFINE-Studie ergab, dass die RDN bei Menschen mit unkontrollierter Hypertonie und mittelschwerer bis schwerer CKD den Blutdruck dauerhaft und klinisch signifikant senkt – ohne Sicherheitsbedenken für Nieren oder Blutgefäße. Die Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) und European Stroke ­Organisation (ESO) 2023/2024 raten bei schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR < 40 ml/min/1,73 m²) oder sekundärer Hypertonie von einer RDN ab. Vorläufige Daten deuten jedoch darauf hin, dass die RDN auch bei CKD im Stadium 3–4 sicher ist. Ersten Berichten zufolge gab es zudem positive Effekte bei Dialysepatienten und -patientinnen mit terminaler Nierenerkrankung. Schmieders Fazit: Bei CKD wurden keine Sicherheitssignale gesehen und die Daten zeigen eine klinisch relevante Blutdrucksenkung, auch wenn die Auswirkungen auf die eGFR unklar und Erfahrungen im Endstadium begrenzt sind. Entscheidungen sollten individuell sein und Eingriffe in Zentren mit erfahrenem Personal erfolgen.

  1. Azizi M et al., Lancet 2018; 391(10137): 2335–45

Symposium „Stellenwert der renalen Denervierung für unsere Patienten“ (Veranstalter: Recor Medical Europe GmbH

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