Individualisierte Tumorvakzinen und adoptive T-Zell-Therapien könnten künftig auch in der gynäkologischen Onkologie relevant werden – derzeit bleiben sie jedoch hoch experimentell.
Prof. Dr. med. Dirk Jäger (Heidelberg) ordnete die Ansätze immunologisch ein: Checkpoint-Inhibitoren wirken vor allem dann, wenn bereits eine ausreichende antitumorale Immunantwort vorhanden ist. Fehlt diese oder dominiert ein immunsuppressives Tumormilieu, müssen potente T-Zell-Antworten erst induziert oder direkt infundiert werden.
Erste klinische Signale kommen u. a. aus der adjuvanten Melanomtherapie: In KEYNOTE-942 reduzierte die Kombination aus individualisierter mRNA-Neoantigenvakzine Intismeran und Pembrolizumab gegenüber Pembrolizumab allein das Rezidivrisiko um 49 %; die 5-Jahres-RFS-Rate lag bei 68,8 % versus 49,1 %.
Besonders eindrucksvoll erscheinen individualisierte TCR-basierte Zelltherapien. Am NCT Heidelberg werden Tumormutationen sequenziert, immunogene Neoantigene bioinformatisch priorisiert und tumorspezifische T-Zellen isoliert, expandiert oder genetisch modifiziert. Jäger stellte dazu das Beispiel einer jungen Patientin vor. Ein pragmatischer nächster Schritt könnte die Nutzung von Vakzinationsstellen sein: Dort reichern sich nicht erschöpfte, Target-spezifische T-Zellen an, die sich für eine adoptive Zelltherapie nutzen lassen.
Vortrag Prof. Dr. med. Dirk Jäger