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Kongress-Ticker

Topic

Erkennung und Behandlung der Herzinsuffizienz

Nicole Hein

29.7.2022

Die Herzschwäche mit konsekutiver Mangeldurchblutung und daraus resultierender Sauerstoffunterversorgung wichtiger Organe stellt inzwischen die häufigste Aufnahmediagnose in internistischen Notaufnahmen europäischer Krankenhäuser dar.

Etwa jeder zwanzigste Erwachsene ist von einer Herzinsuffizienz betroffen, wobei die Prävalenz ab einem Alter von 75 Jahren auf über 20 % steigt. Die Corona-Pandemie hat diese Situation zugespitzt. In Hessen sei die kardiale Mortalität um 12 % angestiegen, und die Zahl der Herzkatheteruntersuchungen habe sich um 35 % verringert, so der Wiesbadener Kardiologe Prof. Dr. med. Dr. disc. pol. Markus Ferrari. Deswegen plädierte er dafür, dass man trotz Corona andere Erkrankungen nicht aus den Augen verlieren dürfe. Die Herzinsuffizienz sei dabei aufgrund ihrer Fülle an Ursachen eine Herausforderung für alle Internisten. Bei zwei Dritteln der Patienten seien Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck die Hauptursache. Daneben müssten aber auch seltenere Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Kardiomyopathien, Herzmuskelentzündungen, Herzklappenerkrankungen, angeborene Herzerkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen, Intoxikationen, Nierenerkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen bei der Diagnostik berücksichtigt werden. „Gerade in der Altersgruppe der am häufigsten betroffenen älteren Menschen sehen wir zahlreiche Begleiterkrankungen, welche medizinischer Maßnahmen und oft dauerhafter Medikamenteneinnahme bedürfen“, sagte Ferrari. Die moderne Therapie der Herzinsuffizienz umfasse neben der kausalen Behandlung zahlreiche Ansätze zur Verbesserung von Lebensqualität und Prognose. Das schließe nicht nur Lebensstilmodifikation und Medikamente ein, sondern außerdem die Versorgung mit Implantaten, Schrittmacher- und in ausgewählten Fällen auch Kunstherzsystemen. Neben der klinischen Versorgung, die eine Herausforderung für alle Internisten darstelle, müssten heutzutage auch die Prävention und die Rehabilitation in den Fokus einer optimalen Versorgung gestellt werden, so Ferrari.

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