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Dermatologie

Wirksam und sicher in Phase III

Remibrutinib Add-On bei Chronisch Spontaner Urtikaria

20.8.2025

Ist eine Behandlung mit H1-Antihistaminika bei chronischer spontaner Urtikaria (csU) ausgeschöpft, empfehlen Leitlinien zusätzlich IgE-Antikörper. Zwei Studien belegen nun, dass auch eine Add-on-Therapie mit dem hoch­selektiven Brutonkinase-Inhibitor (BTKi) Remibrutinib die Symptome signifikant lindern kann.

Die csU zeichnet sich durch wiederkehrende Episoden mit Juckreiz, Nesselsucht, Angioödem oder einer Kombination davon aus, die länger als 6 Wochen anhalten. Selbst wenn die Erstlinientherapie mit Zweitgenerations-H1-Antihistaminika bis zum 4-Fachen der Standarddosis ausgereizt wird, haben bis zu 75 % der Betroffenen weiterhin Beschwerden.

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Remibrutinib plus Antihistaminika

Nach positiven Phase-II-Ergebnissen hat ein Forschungsteam nun in 2 identisch angelegten Phase-III-Studien, REMIX-1 und -2, die Wirksamkeit und Sicherheit des BTKi Remibrutinib bei Personen mit csU und Versagen der Antihistaminika-Therapie geprüft. Während Letztere in Standarddosierung weiterlief und auch eine Bedarfstherapie mit einem anderen Zweitgenerations-H1-Antihistamikum in bis zu 4-facher Standarddosierung erlaubt war, erhielten die 470 bzw. 455 Teilnehmenden in REMIX-1 und REMIX-2 2:1-randomisiert täglich 2 × 25 mg Remibrutinib oder Placebo. Als Small Molecule kann der hochselektive BTKi, der nachgeschaltet im IgE-Signalweg die Degranulation von Mastzellen und basophilen Granulozyten hemmt, oral eingenommen werden.

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Besserung bereits nach einer Woche

Primärer Endpunkt der 24-wöchigen Studie war zu Woche 12 die Verbesserung im 7-Tage-Urticaria-Activity(UAS7)-Score, der die Schwere von Pruritus und Urtikaria in der zurückliegenden Woche erfragt. Möglich sind 0–42 Punkte – je mehr, desto aktiver ist die Erkrankung. Der Rückgang war in beiden Studien unter dem BTKi deutlich größer als unter Placebo: im Mittel -20 gegenüber -13,8 Punkten in REMIX-1 und -19,4 versus -11,7 in REMIX-2. Bei ähnlichen Ausgangswerten (30,6 und 29,6 bzw. 30,2 und 29,5 Punkte) erreichten zu Woche 12 mit 49,8 % gegenüber 24,8 % bzw. 46,8 % gegenüber 19,6 % deutlich mehr Teilnehmende unter Remibrutinib einen UAS7-Score ≤ 6. Dabei kamen sogar 31,1 % versus 10,5 % bzw. 27,9 % versus 6,5 % auf einen Wert von 0. Die Wirkung setzte schon nach einer Woche ein.

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Zusätzliche Eskalationsoptionmit wenig Nebenwirkungen

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Der Anteil von Patienten und Patientinnen mit Unerwünschten Ereignissen (UEs) war in der Remibrutinib- und der Placebo-Gruppe vergleichbar, ebenso bei schwerwiegenden UEs, die mit 3,3 % bzw. 2,3 % selten waren und nicht mit der Studienmedikation in Zusammenhang gebracht wurden. Lediglich Petechien kamen unter dem BTKi mit 3,8 % versus 0,3 % signifikant häufiger vor und führten bei einer Person zum Therapieabbruch.

Metz M et al., N Engl J Med 2025; 392: 984–94

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