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Journal Club

Chronische Herzinsuffizienz

Die Rolle der autochthonen Rückenmuskulatur

8.12.2023

Auch in China nimmt der demografiebedingte Anteil der geriatrischen Patienten zu, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie chronische Herzinsuffizienz (CHI) haben. Bei der Vorhersage einer CHI soll auch die Beurteilung von Muskelmasse – insbesondere der autochthonen Rückenmuskulatur – helfen.

Ausgehend von der Überlegung, dass Patienten mit einer chronischen Herzinsuffizienz (CHI) im Zuge der reduzierten kardialen Funktionalität auch eine sarkopene Entwicklung von Skelettmuskeln aufweisen können, haben Wissenschaftler in China ortsständige Rückenmuskeln (Musculi erector spinae) als mögliche Zielstruktur für die Beurteilung von Muskelmasse identifiziert.

Quantifizierung der Muskelmasse

Dazu wurde eine Studie mit 652 älteren Patienten durchgeführt, von denen 384 die diagnostischen Kriterien für eine CHI erfüllten, gegenüber 268

Patienten, für die sich kardiosonografisch keine Anhaltspunkte für eine chronische Herzinsuffizienz ergaben (Kontrollgruppe).

Die CHI-Gruppe wurde nach Vorliegen einer chronischen Herzinsuffizienz vom HFpEF-Typ (Herzin­suffi­zienz mit erhaltener Ejektionsfraktion, n = 256) oder vom HFrEF-Typ (Herzinsuffizienz mit reduzierter ­Auswurffraktion, n = 68) stratifiziert. Patienten mit einer CHI waren im Schnitt 74 Jahre alt und damit signifikant älter als die Patienten in der Kontrollgruppe (68 Jahre, p < 0,001).

Die Quantifizierung der Muskelmasse der M. erector spinae wurde auf Basis eines thorakalen CT(Computertomografie)-Scans vorgenommen.

Was sagen die Rückenmuskeln über das Risiko für eine CHI aus?

Patienten der CHI-Gruppe wiesen demnach eine signifikant geringere Muskelmasse der M. erector spinae auf als die der Kontrollgruppe: Die Odds Ratio wurde mit 0,713 berechnet (CHI-Gruppe vs. Kontrollgruppe; 95%-Konfidenzintervall 0,626–0,811; p < 0,001). Mögliche Einflussfaktoren wie unter anderem das Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI), Raucheranamnese, Hypertonie-Status, NT-proBNP-Wert und potenziell relevante Vorerkrankungen wie Vorhofflimmern wurden berücksichtigt. Zudem wurden koronare Herzerkrankungen einbezogen.

Die Sensitivität des Parameters Muskelmasse der M. erector spinae als Prädiktor für das Vorliegen einer chronischen Herzinsuffizienz wurde mit 65,6 % und die Spezifität mit 71,6 % berechnet.

Schwere der CHI vorhersagen

Zudem soll es möglich sein, anhand dieses Prädiktors die Schwere der chronischen Herzinsuffizienz mit einer Sensitivität von 47,1 % bzw. Spezifität von 89,1 % vorherzusagen.

Inwieweit sich die Einschätzung der Muskelmasse durch eine weniger strahlenbelastende Unter­suchung (z. B. MRT-Scan) erheben ließe, wurde nicht diskutiert.

Zhang H et al., ESC Heart Fail 2023; 31, DOI 10.1002/ehf2.14482

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