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Allgemeinmedizin

Gesundheitssystem

Eckpunktepapier Krankenhausreform

4.10.2023

Mit der Einigung von Bund und Länder auf die Eckpunkte für eine Krankenhausreform im Juli 2023 sollen drei zentrale Ziele verfolgt werden: die Entökonomisierung, die Sicherung und Steigerung der Behandlungsqualität sowie die Entbürokratisierung des Systems. Darüber hinaus ist die Gewährleistung der Versorgungssicherheit (Daseinsvorsorge) ein zentrales Anliegen. Doch die noch im Koalitionsvertrag 2021 angekündigten großen Reformen seien sehr geschrumpft und könnten zudem deutlich später Gesetzeskraft erlangen als geplant, sagte Nicole Wortmann bei der Fachveranstaltung „apoTalk“.

Zu den wesentlichen Elementen des Eckpunktepapiers und des Ende September 2023 einigen Vertretern der gemeinsamen Selbstverwaltung vorgelegten Referentenentwurfs,  gehöre die Frage, wie die Zusammenarbeit von ambulant und stationär gelingen könne bzw. wie Sektorengrenzen im Gesundheitswesen überwunden werden könnten, erklärte die Leiterin der Abteilung Gesundheitsmarkt und -politik bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank, Düsseldorf). Eigentlich ein lange anstehendes Thema, das aber heute relevanter als je zuvor ist, so Wortmann, da die Finanzierung des jetzigen Gesundheitssystems in der bisherigen Weise kaum noch möglich sein werde.

Die Hauptprobleme bei der ambulanten Versorgung, seien allgemein bekannt, z. B. der zunehmende Wegfall der Hausärzte oder die Personalsituation bei den MFA,  ergänzte Dr. med. Thomas Bandorski (Bad Wünnenberg-Haaren) vom Praxisnetz Paderborn.

Beitrag zur Optimierung der Versorgungsqualität

Wichtige weitere Herausforderungen sieht der Hausarzt in den Veränderungen der Krankenhauslandschaft, die deshalb neu zu definierenden bzw. zu optimierenden Schnittstellen im ambulant-stationären Bereich und die Einbindung anderer Berufsgruppen in die Patientenversorgung, die in zunehmenden Maße wichtiger wird. Am Beispiel der „Digitalen Gesundheitsplattform OWL“ (www.dgpowl.de) zeigte Bandorski auf, wie auch – ganz ohne neue Reformen – eine Vernetzung der fünf Akutkrankenhäuser in der Region Paderborn sowie den niedergelassenen Ärzte aus dem Praxisnetz Paderborn möglich geworden ist.

Hierdurch hat sich der Informationsfluss von Patientendaten erheblich beschleunigt, was eine engere Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen ermöglicht und somit einen Beitrag zur Optimierung der Versorgungsqualität und der Behandlungssicherheit für Patienten leistet. Bemerkenswert, so Bandorski ist u. a., dass die Plattform über die erste funktionierende EPA in Deutschland verfügt.

Seit sechs Wochen sind ca. 1600 Patienten eingeschrieben, wodurch die Kommunikation stationär-ambulant gut funktioniert und Patientendaten optimal transferiert werden können. Bandorski betonte mit Hinblick auf die bei der Krankenhausreform geplanten sektorenübergreifenden Level 1i-Krankenhäuser, dass regionale Lösung – wie schon lange bekannt – bei den anstehenden Problemen deutlich weiterhelfen könnten – „man kennt sich, man vertraut sich und nur so kann ein solches Projekt überhaupt gelingen“.

Download des  15-seitigen Eckpunktepapiers „Krankenhausreform“ HIER

apoTalk spezial: „Krankenhaus-Reform: Wie kann die Zusammenarbeit von ambulant und stationär gelingen?“ Veranstalter: Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank), Düsseldorf, 22.9.2023.

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