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Frühjahrsmüdigkeit oder Eisenmangel?

8.3.2021

Die wärmeren Jahreszeiten sind im Anmarsch. Viele Menschen leiden unter „Frühjahrsmüdigkeit“. Jedoch kann sich dahinter auch ein Eisenmangel verbergen. Tritt die „Frühjahrsmüdigkeit“ zusammen mit Auffälligkeiten von Haut und Haaren (Sprödigkeit, Trockenheit, eingerissene Mundwinkel, Haarausfall), Konzentrationsschwäche und häufigen Infekten auf, kann sich jedoch auch ein Eisenmangel dahinter verbergen.
Aber auch ein Zink- oder Selenmangel kann Ursache für die Infektanfälligkeit sein, und ein Mangel an B-Vitaminen spiegelt sich auf Haut und Haaren sowie der seelischen Belastbarkeit wider. Außerdem sollten auch Hormonstörungen, Schilddrüsenunterfunktion und Depressionen ausgeschlossen werden.
Besteht der Verdacht auf einen Eisenmangel, sollte der Serum-Ferritinspiegel im Labor geprüft werden. Bei Frauen sollte der Wert nicht unter 15 ng/ml, bei Männern nicht unter 30 ng/ml liegen. Einen erhöhten Bedarf haben Patienten mit Erkrankungen, die mit erhöhtem Eisenbedarf einhergehen (wie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Sportler, Schwangere, Mütter im Wochenbett, in der Rekonvaleszenz nach einer schweren Erkrankung und Personen, die sich fleischarm ernähren. Kaffee, Tee und Milchprodukte verschlechtern die Aufnahme von Eisen und sollten zeitversetzt genossen werden. Hingegen fördert die Einnahme von Vitamin C die Resorption. Aber auch bei niedrig-normalen Werten können Mangelerscheinungen auftreten. Diese können mit einer Eisengabe behoben werden.
Ab einem Ferritinwert von unter 40 ng/ml können typische Beschwerden durch einen Eisenmangel bedingt sein. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Diagnostik ist der CRP-Wert. Sind Entzündungsparameter erhöht, kann auch der Ferritinwert erhöht sein, der Patient kann aber trotzdem an einen Eisenmangel leiden.
Bei normalen Entzündungswerten können sich auch Patienten finden, die Symptome eines Eisenmangels zeigen und bei denen der Serum-Ferritinspiegel im unteren Normbereich liegt. In diesen Fällen sollte man den Lebensstil anpassen und die Eisenversorgung verbessern. Im Jahr 2017 verglich eine Multicenter-Studie die Effekte einer flüssigen Darreichungsform von zweiwertigem Eisen (als Tonikum) mit denen einer festen Darreichungsform (als Kapsel) bei schwangeren jungen Frauen. Verabreicht wurden entweder einmal täglich eine Kapsel mit 50 mg Eisen(II)-Ionen oder dreimal täglich 15 ml Tonikum (Floradix® mit Eisen), was insgesamt 36,8 mg Eisen(II)-Ionen entsprach. Der Ferritinwert mit der flüssigen Darreichungsform konnte signifikant schneller und besser angehoben werden als mit den Kapseln.

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