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Dermatologie

Chronische spontane Urtikaria

Remibrutinib bei CSU: Orale BTK-Hemmung erweitert die Therapieoptionen

6.11.2026

Die chronische spontane Urtikaria (csU) bleibt trotz etablierter Therapieoptionen für viele Betroffene eine erhebliche Belastung. Mit Remibrutinib steht nun ein oraler Bruton-Tyrosinkinase(BTK)-Inhibitor zur Verfügung, der gezielt in einen zentralen Signalweg der Mastzellaktivierung eingreift.

Im Zentrum der csU-Pathogenese steht die Aktivierung und Degranulation kutaner Mastzellen. Dabei können sowohl autoallergische Typ-I-Mechanismen als auch autoimmune Typ-IIb-Prozesse beteiligt sein. Eine Schlüsselrolle in der intrazellulären Signalweiterleitung spielt die BTK. Nach Aktivierung des hochaffinen IgE-Rezeptors FcεRI vermittelt sie Signale, die zur Freisetzung von Histamin und weiteren proinflammatorischen Mediatoren führen [1,2]. Darüber hinaus ist BTK an der B-Zell-Signalübertragung und Autoantikörperbildung beteiligt [2].

Remibrutinib bindet hochselektiv und kovalent an BTK und hemmt dadurch die Mastzelldegranulation. Da der Angriffspunkt unterhalb unterschiedlicher aktivierender Signalwege liegt, ist die Wirkung grundsätzlich nicht auf einen bestimmten csU-Endotyp beschränkt [1,3].

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Rascher Wirkeintritt in den REMIX-Studien

Die Wirksamkeit wurde in den beiden identisch konzipierten Phase-III-Studien REMIX-1 und REMIX-2 bei Erkrankten untersucht, die trotz H1-Antihistaminika der zweiten Generation weiterhin symptomatisch waren [4]. Unter Remibrutinib nahm der Urticaria Activity Score über 7 Tage (UAS7) bis Woche 12 signifikant stärker ab als unter Placebo. In REMIX-1 betrug die Reduktion 20,0 vs. 13,8 Punkten, in REMIX-2 19,4 vs. 11,7 Punkten (jeweils p < 0,001) [4].

Klinisch relevant ist insbesondere der frühe Wirkungseintritt. Bereits nach 1 Woche zeichnete sich eine Symptomverbesserung ab. Nach 2 Wochen erreichten rund 30 –34 % der mit ­Remibrutinib behandelten Patientinnen und Patienten eine gut kontrollierte Urtikaria (UAS7 ≤ 6), gegenüber 3– 6 % unter Placebo. Bis Woche 12 stieg dieser Anteil auf 46,8–49,8 %. Eine vollständige Symptomkontrolle mit einem UAS7 von 0 wurde bei 27,9 – 31,1 % erreicht [4,5].

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Verträglichkeit auf Placeboniveau

Auch hinsichtlich der Sicherheit zeigte sich ein günstiges Profil. Während der doppelblinden Studienphase war die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse unter Remibrutinib und Placebo nahezu identisch (64,9 % vs. 64,7 %) [4]. Auffällig waren leichte bis mittelschwere, meist vorübergehende Petechien, die unter Remibrutinib häufiger auftraten. Therapieabbrüche waren deswegen jedoch selten. Auch Transaminasenerhöhungen über das Dreifache des oberen Normwertes traten nicht häufiger auf als unter Placebo [4]. Daten über 52 Wochen sprechen zudem für eine anhaltende Wirksamkeit und ein stabiles Sicherheitsprofil [6].

Mit der gezielten BTK-Hemmung eröffnet Remibrutinib damit einen neuen Ansatz für Patientinnen und Patienten mit csU, die unter Antihistaminika keine ausreichende Krankheitskontrolle erreichen. Der orale Applikationsweg, der schnelle Wirkeintritt und die hohen Raten an Symptomkontrolle machen die Substanz zu einer relevanten Erweiterung des therapeutischen Spektrums. rm

  1. Kaplan A et al., Allergy 2023; 78: 389–401
  2. Kolkhir P et al., J Allergy Clin Immunol 2017; 139: 1772–81
  3. Maurer M et al., J Allergy Clin Immunol 2022; 150: 1498–1506
  4. Metz M et al., N Engl J Med 2025; 392: 984–94
  5. Giménez-Arnau A et al., J Allergy Clin Immunol 2026; 157: 143–54
  6. Jain V et al., J Allergy Clin Immunol 2024; 153: 479–86
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