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Pneumologie

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom

Tagesmüdigkeit mit Pitolisant behandeln

20.1.2023

Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) leiden vor allem an Tagesschläfrigkeit – u. U. auch trotz primärer OSAS-Therapie wie der kontinuierlichen Überdruckbeatmung (CPAP). Der im Juli 2021 für diese Indikation zugelassene Wirkstoff Pitolisant kann hier Abhilfe schaffen.

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom stellt ein häufiges Krankheitsbild dar, ist aber noch weitgehend unterdiagnostiziert. Mehreren epidemiologischen Studien zufolge leiden weltweit eine Milliarde Menschen an OSA (> Schlafstörungen).

Die Apnoe- und Hypopnoe-Episoden führen zu einer Hypoxämie sowie zu wiederholten kurzen, häufig unbemerkten Mikroarousals und damit zu einem fragmentierten Schlaf. Viele der Betroffenen sind sich weder ihrer Erkrankung noch der daraus resultierenden Folgen bewusst. Bei einem Verdacht können Ärzte ihre Patienten nach übermäßiger Tagesschläfrigkeit fragen, die sich nicht begründen lässt (Kriterium A). Darüber hinaus sollten sie sich nach starkem und täglichem Schnarchen erkundigen, sowie nach Beklemmungs- oder Erstickungsgefühl während des Schlafs, wiederholtes Aufwachen, nicht erholsamer Schlaf, Konzentrationsschwierigkeiten und wiederholte Nykturie (Kriteriumgruppe B). Sind Kriterium A und mindestens zwei Kriterien aus Gruppe B erfüllt, sollte die Diagnose mittels Aufzeichnung des Schlafs, z. B. mithilfe einer Polygrafie zur Detektion von Atempausen, abgesichert werden.

Die damit einhergehende Müdigkeit beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch Sicherheit und Gesundheit der Patienten. Längerfristig begünstigt ein unbehandeltes OSAS kardiovaskuläre Komplikationen wie Hypertonie, koronare Herz­erkrankungen, Herzinsuffizienz etc.


Behandlungsoptionen

Als Primärtherapie kommt oftmals die CPAP zum Einsatz, mit der sich die Luftwege offen halten lassen. Die Tagesschläfrigkeit bleibt aber im Mittel bei mindestens 13 % der CPAP-Anwender bestehen. Darüber hinaus verträgt ein erhebliche Teil der Betroffenen die CPAP-Therapie von Anfang an nicht oder bricht sie nach einigen Monaten ab. Hier kann sich Pitolisant, ein Histamin-H3-Rezeptor-Antagonist/­inverser Agonist, als hilfreich erweisen. Er blockiert Histamin-Autorezeptoren und steigert so die Aktivität der histaminergen Neuronen im Gehirn. Darüber hinaus erhöht der Wirkstoff die Freisetzung von Acetylcholin, Noradrenalin und Dopamin.

Pitolisant ist induziert zur Verbesserung der Wachheit und zur Verringerung übermäßiger Tagesschläfrigkeit bei Erwachsenen mit OSAS, bei denen diese Symptome mit einer primären OSAS-Behandlung nicht zufriedenstellend behandelt werden konnten. Die kombinierte Analyse der zwei randomisierten Studien HAROSA I und HAROSA II konnte den Nutzen von Pitolisant im Vergleich zu Placebo insbesondere bei den Punktwerten Schläfrigkeit und Müdigkeit bestätigen. Da der Wirkmechanismus von Pitolisant auf den zentralen histaminergen neuronalen Weg ausgerichtet ist, lassen sich mit dem Wirkstoff sämtliche Nebenwirkungen von Psychostimulanzien insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System vermeiden.

Literatur bei der Redaktion

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