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Kardiologie

Steigerung von methamphetaminbedingten Herzinsuffizienz-Krankenhauseinweisungen

27.7.2021

Methamphetamine („Crystal Meth“, „Pervitin“) und deren Derivate sind nach Cannabis die am häufigsten konsumierten illegalen Drogen weltweit. Ihre sympathomimetischen Effekte führen zu einer Reihe von kardiovaskulären Komplikationen, unter anderem zu einer Kardiomyopathie.

Die zunehmend anerkannte Krankheitsentität der Methamphetamin-assoziierten Kardiomyopathie/Herzinsuffizienz (MethHF) tritt im Kontext einer zunehmenden Methamphetamin-Epidemie vor allem im Westen der Vereinigten Staaten immer häufiger auf. US-Forscher haben nun unter Verwendung von
Krankenhauseinweisungsdaten bezüglich Herzinsuffizienz (HF) des kalifornischen „Office of Statewide Health Planning and Development“ (OSHPD, oshpd.ca.gov) den Trend und die Krankheitslast durch MethHF als primäre Einweisungsdiagnose in Kalifornien eingeschätzt (Alter: ≥18 Jahre alt, Studienzeitraum: 2008 bis 2018). Im Studienzeitraum kam es zu einer Steigerung der Einweisungen um mehr als 500%.
Die Assoziation mit Meth (MethHF) und solchen ohne (Nicht-MethHF) wurde durch methbezogene Sekundärdiagnosen entsprechend „International Classification of Diseases“ ICD bestimmt. Von den im Studienzeitraum in Kalifornien erfolgten 1.033.076 Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz betrafen 4,2% eine MethHF. Die altersbereinigten MethHF-Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Einwohner stiegen um 585% von 4,1 im Jahr 2008 auf 28,1 im Jahr 2018. Auch im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit Harnwegsinfekten und methbezogenen Sekundärdiagnosen stieg die Zahl der MethHF-Krankenhauseinweisungen signifikant an.
Die jährlichen inflationsbereinigten Krankenhauskosten aufgrund von MethHF stiegen um 840% von 41,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2008 auf 390,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2018, verglichen mit einem Anstieg von 82% für alle HF-Krankenhausaufenthalte von 3,5 Milliarden US-Dollar auf 6,4 Milliarden US-Dollar. Patienten mit MethHF waren signifikant jünger und überwiegend männlich. Trotz eines niedrigeren Charlson-Komorbiditätsindex (CCI, der auch bei Herzinsuffizienz verwendet wird) hatten die Patienten eine längere Verweildauer, mehr Krankenhausaufenthalte pro Patient und mehr medizinische Maßnahmen während ihres Aufenthalts. Aus Sicht der Autoren erfordert diese dramatische und kostenträchtige Entwicklung dringende und konzertierte Reaktionen der öffentlichen Gesundheitspolitik, um die weitere Ausbreitung einzudämmen.

Zhao SX, Qual Outcomes 2021 Jul; 14(7): e007638, doi 10.1161/CIRCOUTCOMES.120.007638, PMID 34256572

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