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Rheuma

Versorgung optimieren

1.11.2021

Bei ungefähr einem Viertel der deutschen Bevölkerung liegen chronische Schmerzen und/oder Einschränkungen des Bewegungsapparats vor, die auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung zurückzuführen sein könnten. Bei etwa 2‒3% der erwachsenen Deutschen liegt eine entzündlich-rheumatische Erkrankung vor. „Bereits diese beiden Zahlen machen das Dilemma der rheumatologischen Versorgung deutlich“, sagt Prof. Dr. med. Andreas Krause, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

Um alle Betroffenen zu diagnostizieren, gibt es nicht genug ausgebildete Rheumatologen. Das wäre wichtig, denn früh erkanntes Rheuma ist in vielen Fällen so gut behandelbar, dass die Krankheitssymptome ganz verschwinden und ein beschwerdefreies Leben möglich ist.
In den vergangenen Jahren sind an vielen rheumatologischen Praxen und Klinikambulanzen Früh- bzw. Akutsprechstunden eingerichtet worden, die den Zugang zu einer antientzündlichen Ersttherapie gewährleisten sollen.
„Dabei kommen unterschiedliche Versorgungsmodelle zum Einsatz“, erläutert Dr. med. Karolina Benesova, MHBA, Funktionsoberärztin und leitende Studienärztin der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg, die sich wissenschaftlich mit dem Thema befasst. „Die Patientenvorauswahl findet über Anamnesebögen, Laborbefunde und Voruntersuchungen statt, per Telefonscreening, internetbasierten Priorisierungstools oder Run-in-Kurzsprechstunden, Letztere ganz ohne Voranmeldung.“
Die Vorauswahl wird von einem Rheumatologischen Fachassistenten (RFA) oder einem Online-Algorithmus unter ärztlicher Überwachung getroffen. Bislang seien die Früh- und Screening-Sprechstunden ein sehr effizientes Werkzeug, denn sie beschleunigen Diagnose und Therapiebeginn.
Auch die Behandlung bestehender Patienten ist zu optimieren. Unter der Leitung von Dr. Kirsten Hoeper von der Klinik für Rheumatologie und Immunologie an der Medizinischen Hochschule Hannover lief ein bundesweites Projekt, das klären konnte, inwieweit ärztliche Aufgaben in der Verlaufskontrolle an Rheumatologische Fachassistenten delegiert werden können. „Im Rahmen dieser strukturierten RFA-Sprechstunden wurden die derzeitigen Symptome, die Verträglichkeit der Medikamente und andere krankheitsrelevante Faktoren erfasst“, erläutert Hoeper. Im zweiten Schritt wurden die Befunde dann mit dem Facharzt besprochen. Eine wichtige Voraussetzung für eine Delegation ärztlicher Leistungen an Rheumatologische Fachassistenten ist die Weiterbildung nach einem von der DGRh entwickelten und der Bundesärztekammer anerkannten Curriculum (Publikation Krause, Schuch et al. in der ZfR).
Um die Versorgung von Rheumapatienten zu gewährleisten, hat die DGRh zudem im Frühjahr die Kampagne #rheuma2025 gestartet, mit der mehr junge Mediziner für die Rheumatologie gewonnen werden sollen. „Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 rund 800 Ärzte rheumatologisch weiterzubilden“, so Krause.

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V., Oktober 2021

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