Die Initiative Sundi richtet sich an Menschen ab 55 Jahren – eine Altersgruppe, die oft mitten in Umbrüchen steckt und für gesundheitsbezogene Orientierung besonders empfänglich ist. Sundi versteht sich als ein persönlicher, digitaler Gesundheitscoach, der ansprechbar bleibt, ohne aufdringlich zu werden. Im Zentrum steht ein KI-Chatbot, der in über 80 Sprachen antwortet.
Viele Menschen fühlen sich von der Menge an Gesundheitsinformationen im Netz eher erschlagen als gestärkt; vor allem der Schritt der Bewertung fällt schwer. Sundi, ein gemeinsames Projekt des Bosch Health Campus und der Charité, wissenschaftlich flankiert vom schwedischen Karolinska Institutet, versucht, diese Unsicherheit abzufedern. Der Chatbot gibt alltagsnahe Empfehlungen, ermutigt zu kleinen Gewohnheitsänderungen und hält die Schwelle bewusst niedrig. Schlaf, Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung bilden die thematischen Eckpfeiler, wobei die Nutzerinnen und Nutzer eigene Ziele definieren können – ein Ansatz, der Verhaltensänderung realistischer macht als pauschale Vorgaben.
Die Inhalte entstehen in einem interdisziplinären Redaktionsteam aus Ärztinnen, Medizinjournalisten und Forschenden. Ein wissenschaftlicher Beirat prüft alle Materialien. Im Unterschied zu vielen Chatbots, die auf unklaren Datenquellen basieren, legt Sundi Wert auf Transparenz: Der digitale Assistent kann seine Quellen benennen, und die Antworten werden durch sogenanntes Prompt Engineering eingehegt, damit sie fachlich sauber bleiben. Dieser Fokus auf Nachvollziehbarkeit soll Vertrauen schaffen.
Verwandte Projekte im Ausland
Der Blick ins Ausland zeigt, dass es durchaus verwandte Projekte gibt, aber selten in vergleichbarer Ausrichtung. In Frankreich arbeitet „Mon Sherpa“ mit einer Mischung aus App-basierten Inhalten und menschlichen Gesundheitscoaches; allerdings ist das Angebot stark auf psychische Gesundheit fokussiert und weniger skalierbar. Aus Kanada ist „Wellness Compass“ bekannt, allerdings fest eingebettet in primärärztliche Versorgung und nicht als unabhängiges Präventionsportal konzipiert. In Deutschland existieren einzelne Programme der Krankenkassen, meist themenbezogen - Schritte-Apps, Schlafratgeber, Ernährungscoaches. Doch ein umfassendes, kostenfreies, werbefreies und wissenschaftlich abgestütztes Präventionsangebot speziell für Menschen ab 55 Jahren, ergänzt durch einen transparenten KI-Assistenten, findet sich bislang nicht. Sundi besetzt damit eine erkennbare Lücke.
Sundi ist kostenlos und werbefrei. Die Plattform ist browserbasiert und für mobile Geräte optimiert, spätere Erweiterungen werden geprüft. Der langfristige Erfolg hängt letztlich davon ab, ob Menschen sich durch Sundi verstanden fühlen und ob der digitale Coach tatsächlich hilft, kleine Schritte in Richtung eines gesünderen Alltags zu gehen – unspektakulär vielleicht, aber nachhaltig genug, um im Leben etwas zu verschieben.
Presseinformation „Sundi: Bosch Health Campus und Charité starten digitales Präventionsangebot mit KI-Chatbot“. Sundi via thepublic GmbH, Berlin, 12.11.2025 (https://content.sundi.eu/wp-content/uploads/2025/11/Sundi_Presseinformation_2025-11-12.pdf).