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Gefäßerkrankung

pAVK nicht leitliniengerecht behandelt

29.4.2021 17:00

Ungefähr 20% der Menschen über 65 Jahre leiden an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Die Erkrankung macht sich erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar. „Auch ohne die charakteristischen Symptome ist eine pAVK jedoch leicht zu diagnostizieren – Hausärztinnen und -ärzte sollten ältere Patienten aktiv auf diese Erkrankung hin untersuchen“, sagt Prof. Dr. med. Viola Hach-Wunderle, Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Angiologie, Phlebologie und Hämostaseologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main. Zunächst sollten die Fußpulse überprüft werden. Wenn sie nicht tastbar sind, sollte der Knöchel-Arm-Index (Ankle-Brachial-Index, ABI) bestimmt werden. Auch bei davor symptomfreien Patienten gilt ein auffälliger ABI als Warnsignal, denn auch bei ihnen verdoppelt sich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Bei einer manifesten Schaufensterkrankheit liegt das Risiko, in den folgenden fünf Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, bei 20%. Haben die Patienten auch in Ruhe Beschwerden, steigt das Risiko sogar auf 40‒60%. Die pAVK-Leitlinie sieht eine konsequente Therapie mit Lebensstiländerungen und medikamentöser Behandlung vor. Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und ungesunde Ernährung, hoher Blutdruck, hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte sollten verringert werden.
Eine pAVK sollte auch dann bereits mit Statinen zur Blutfettsenkung behandelt werden, wenn noch keine Symptome vorhanden sind. In fortgeschrittenen Stadien sollte der Patient auch mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen behandelt werden, bei Bedarf auch Blutdrucksenker.
Laut einer Auswertung von Krankenkassendaten der BARMER aus dem Jahr 2019 erhalten jedoch nur ungefähr 40% der pAVK-Patienten eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie.
Die Ursache dafür könnte Angst vor Nebenwirkungen sein, denn Statine können Muskelschmerzen, Muskelschäden oder Diabetes verursachen. „Diesen seltenen Nebenwirkungen, die weniger als einen von tausend Patienten betreffen, steht jedoch der große therapeutische Nutzen der Statine gegenüber“, erklärte Hach-Wunderle. Das Risiko für Amputationen wird durch Statine um mehr als ein Drittel gesenkt, die Gefahr von kardiovaskulären Ereignissen sinkt um 17%.

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM), April 2021

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