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Ophthalmologie

Knick in der Optik

3.9.2021

Oft stellen sich Menschen das Auge als eine Art Fotokamera vor. Bei dieser besteht der Sensor aus vielen Millionen Fotozellen, die gleichmäßig über die Sensorfläche verteilt sind. Die Pixel sind gleich groß, und auch ihre Packungsdichte ist überall identisch. Bei den menschlichen Augen ist das nicht der Fall. Es gibt unterschiedliche Pixel und die Dichte variiert.

Oft stellen sich Menschen das Auge als eine Art Fotokamera vor. Bei dieser besteht der Sensor aus vielen Millionen Fotozellen, die gleichmäßig über die Sensorfläche verteilt sind. Die Pixel sind gleich groß, und auch ihre Packungsdichte ist überall identisch. Bei den menschlichen Augen ist das nicht der Fall. Es gibt unterschiedliche Pixel und die Dichte variiert.
Eine aktuelle Studie der Universität Bonn in der Zeitschrift „Current Biology“ fand heraus, dass wenn wir ein Objekt fixieren, sein Bild nicht an der Stelle der Netzhaut zu liegen kommt, an der die Zellen am dichtesten sind. Stattdessen ist seine Position etwas in Richtung Nase und nach oben verschoben.
„Wir haben 20 Versuchspersonen untersucht und bei allen diese Abweichung gefunden“, sagt Jenny Lorén Reiniger, die an der Studie mitarbeitete. „Zwar fiel sie mal etwas größer aus und mal etwas kleiner; ihre Richtung war aber stets gleich. Sie blieb zudem konstant, wenn wir die Analyse ein Jahr später wiederholten.“ Schlussfolgernd stellt sich die Frage, warum wir nicht mit dem schärfsten Teil unserer Netzhaut sehen.
„Wenn wir auf horizontale Flächen wie zum Beispiel den Boden schauen, sind die Bereiche oberhalb der Stelle, die wir fixieren, weiter von uns entfernt“, erklärt Reiniger. „Objekte, die dort liegen, erscheinen daher etwas kleiner. Ihr Bild fällt dank dieser Abweichung genau auf die Stelle der Sehgrube mit der höchsten Auflösung – das heißt: Wir sehen die kleineren Dinge schärfer.“ Das könnte einen Vorteil für unser beidäugiges Sehen haben.

Originalpublikation J.L. Reiniger, Curr Biol, doi 10.1016/j.cub.2021.07.005

Pressemitteilung Universitätsklinikum Bonn, August 2021

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