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Online-Spiele

Für die Gesundheit ‒ nur noch drei Stunden pro Woche in China

2.9.2021

Ab Mittwoch, den 1. September 2021, werden Online-Spiele für Menschen unter 18 Jahren in der Volksrepublik China weitgehend verboten sein, heißt es in einer Pressemitteilung der „National Press and Publication Administration“ (NPPA) vom Montag.

Minderjährige dürfen dann nur noch an Freitagen, Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen spielen, und selbst das nur zwischen 20 und 21 Uhr. Bislang waren eineinhalb Stunden pro Tag und drei Stunden an Feiertagen gestattet. Die Anbieter von Online-Spielen, die teilweise viele Dutzend Millionen User haben, dürfen Spieler nach Registrierung mit Klarnamen und Log-in-Anforderungen, die dies kontrollieren, zu Online-Games zulassen. Zudem ist gefordert, dass nur bestimmte, staatlich vorgegebene Online-Schnittstellen verwendet werden. Die NPPA erwartet, dass nicht nur die Anbieter mit wirksamen Maßnahmen diese Vorschriften umsetzen, sondern auch das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen, namentlich die Eltern und Schulen. In Südkorea war ein nächtliches Spielverbot für Menschen unter 16 Jahren gescheitert, weil die Heranwachsenden Alternativen nutzten, z.B. Spielekonsolen ihrer Eltern.
In der Pressemitteilung heißt es weiter, dass es notwendig ist, mithilfe von Familien, Schulen und anderen sozialen Lebensbereichen aktiv und gemeinsam die neuen Regeln umzusetzen, weil nur die Übernahme der vormundschaftlichen Verantwortung ein gutes Umfeld für gesundes Wachstum von Minderjährigen schafft, wie es in China explizit gesetzlich verankert ist. Die neue Regelung ist schärfer ausgefallen als von milliardenschweren Imperien chinesischer Anbieter, z.B. Tencent, befürchtet. Diese hatten bereits im Vorfeld versucht, durch Selbstregulierung staatlichen Eingriffen zu entkommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua zitierte einen namentlich nicht genannten NPPA-Sprecher, der darauf verwies, „dass die Jugendlichen die Zukunft unseres Mutterlandes seien. Und dass der Schutz der körperlichen und geistigen Gesundheit von Minderjährigen im Zusammenhang mit den vitalen Interessen aller Menschen steht“. In Deutschland konnte sich der Gesetzgeber bislang nur zu dem nun in Kraft getretenen „Glücksspielstaatsvertrag“ durchringen (gültig seit Anfang Juli 2021). In Bezug auf die fast 700.000 Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die nach den neuen ICD-10-Kriterien der WHO einen riskanten oder pathologischen Medienkonsum aufweisen, ändert dies jedoch nichts.

Pressemitteilung „Hinweis zu einer weiteren strengen Verwaltung und wirksamen Verhinderung von Online-Spielen durch Minderjährige“. National Press and Publication Administration“ (NPPA), Beijing, 30.08.2021 (http://www.nppa.gov.cn/nppa/contents/719/98785.shtml oder t1p.de/8n6k).

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