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Kardiologie

Inspiratorisches Muskelkrafttraining senkt signifikant Blutdruck

4.10.2021

Nicht pharmakologische Interventionen bei Bluthochdruck wecken zwar immer wieder hohes Interesse, kommen aber nur selten zur Anwendung, z.B. „Lebensstil-Interventionen“ wie Gewichtsreduktion entsprechend der Leitlinien der European Society of Cardiology. Eine US-Arbeitsgruppe aus Boulder/Colorada hat nun Ergebnisse ihrer placebokontrollierten Studie vorgestellt, in der die Auswirkungen von inspiratorischem Muskelkrafttraining (inspiratory muscle strength training ‒ IMST) auf den Blutdruck untersucht wurden. Es zeigte sich, dass dieses Training über sechs Wochen signifikant den systolischen Blutdruck älterer Menschen (50‒79 Jahre) senken kann (von 135±2mmHg auf 126±3mmHg, p< 0,01). Auch der diastolische Blutdruck sank im Verlauf des Trainings, in der Placebogruppe tat sich jeweils nichts.
Das Training wurde mit einem handelsüblichen Atemtrainer, 6x/Woche, jeweils 30 Atemzüge/Tag über insgesamt sechs Wochen durchgeführt (Zeitaufwand jeweils 5 Minuten). Das verwendete IMST-Gerät (PowerBreathe K3, Großbritannien, ca. 365 Euro) erlaubt im Vergleich zu anderen Geräten eine individuelle Anpassung der aufzuwendenden Kraft, wodurch auch Atemaktivität mit sehr geringem Widerstand (Placebogruppe) möglich ist. Während frühere Arbeiten bereits IMST-Effekte auf die kardiovaskuläre Gesundheit angedeutet hatten, zeigt die jetzt vorgelegte Studie erstmals, dass IMST bei (weitgehend) gesunden Menschen im mittleren oder höheren Lebensalter den Blutdruck senken und endotheliale Funktionen verbessern kann. So konnte die Gruppe erstmals zeigen, dass inspiratorisches Muskelkrafttraining die NO-Bioverfügbarkeit durch Erhöhung der endothelialen NO-Synthase-Aktivierung und eine Senkung von oxidativem Stress steigert. Zudem, so deuteten weitere Ergebnisse an, senkt IMST Parameter der systemischen Inflammation, was vorteilhafte Änderungen im Plasma-Metabolom induzieren könnte. Die Anwendung hatte eine sehr hohe Adhärenz bei den Teilnehmern (rund 95% aller Trainingseinheiten wurden absolviert), wurde gut toleriert und als sicher eingeschätzt.
Vor dem Hintergrund, dass ältere Menschen ein erhöhtes Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen vor allem wegen Hypertonie und endothelialer Dysfunktion haben und Lebensstil-Modifikationen („gesundes Leben“) nur mit sehr geringer Adhärenz realisiert werden, so betonen die Autoren, bietet das vorgestellte Verfahren die Möglichkeit, ältere Menschen ‒ bei geringem Zeitaufwand und mit hoher Adhärenz ‒ von einer Intervention zu überzeugen, die signifikante Auswirkungen auf ihre kardiovaskuläre Risikofaktoren hat.

Craighead DH et al., J Am Heart Assoc 2021 Jun 29: e020980, doi 10.1161/JAHA.121.020980, PMID 34184544

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