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Gesundheit

Klimawandel im Fokus

13.7.2021

Obwohl der Mensch ein klimatolerantes Säugetier ist, haben die seit der Jahrtausendwende vermehrt aufgetretenen Hitzewellen mehrere Tausend Todesopfer gefordert. Die meisten Betroffenen sterben nicht direkt am Hitzschlag oder an exotischen Infektionskrankheiten. Die hohen Temperaturen erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, aufgrund von Flüssigkeitsmangel nehmen auch Nierenprobleme zu.
Vor allem ältere und vorerkrankte Patienten benötigten in Phasen mit ungewohnt hohen Temperaturen oft eine intensive ärztliche Begleitung, berichtete die in Köln niedergelassene Internistin Dr. med. Susanne Balzer aus ihrer Praxis. Für multimorbide Patienten müssten vermehrt Hausbesuche eingeplant und Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen eher in den kühleren Morgenstunden einbestellt werden. „Viele Medikamente müssen bei Hitze anders dosiert oder die Patienten besonders instruiert werden“, betonte sie. Denn manche Wirkstoffe verringern das Durstgefühl, manche stören die Temperaturregulation und bei Verschlechterung einer Niereninsuffizienz müssen gewisse Medikamente entsprechend angepasst oder vorübergehend abgesetzt werden.
Umweltverschmutzung, Klimawandel, Lebensraumzerstörung und menschliche Gesundheit sind eng miteinander verflochten. In den vergangenen Jahren fand eine geografische Verschiebung bereits bekannter Infektionskrankheiten statt, z.B. die von Mücken übertragenen und ursprünglich tropischen Krankheiten Dengue- oder West-Nil-Fieber.
So wird der Beschluss des diesjährigen Deutschen Ärztetages, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit in die ärztliche Weiterbildungsordnung aufzunehmen, von Experten begrüßt.
Ungefähr 160.000 Todesfälle in Deutschland können durch das Erreichen der Klimaziele verhindert werden.
Eine pflanzenbasierte Ernährung und der Verzicht aufs Auto schonen Ressourcen und senken auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Ärzte sind in der Pflicht, diese Themen mit ihren Patienten zu besprechen.

Pressemitteilung DGIM Pressestelle, Juli 2021

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