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Chronisch-venöse Insuffizienz

Erhöhtes Risiko von schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit durch schwache Gefäße

7.9.2021

Die chronisch-venöse Insuffizienz (CVI) der Beinvenen geht ‒ neben ästhetischen oder lokalen Problemen ‒ mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer höheren Sterblichkeit einher, wie neue Forschungsergebnisse von der Universitätsmedizin Mainz und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) erstmals zeigen.

„Unsere Untersuchung ist die erste und umfangreichste bevölkerungsbezogene Studie, die systematisch das gesamte Spektrum der Veneninsuffizienz untersucht und in Verbindung mit etablierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswertet“, berichtet Dr. med. Jürgen Prochaska (Mainz) in einer Pressemitteilung der Uni Mainz. „Wir konnten zeigen, dass die chronisch-venöse Insuffizienz ausgesprochen verbreitet ist: Bei rund 41% der 40- bis 80-jährigen Probanden der bevölkerungsbasierten Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) wurden eine symptomatische chronische Venenschwäche mit Ödemen, Hautveränderungen oder offenen Wunden der unteren Gliedmaßen diagnostiziert.“ Die Studiendaten belegen, dass die Häufigkeit der chronisch-venösen Insuffizienz mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt. Während bei den 40- bis 50-Jährigen mehr als jeder Fünfte betroffen ist, sind es bei den 70- bis 80-Jährigen sogar mehr als zwei Drittel. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Frauen erkranken etwas häufiger als Männer.
Zudem stellte das Mainzer Forscherteam fest, dass Personen mit einer chronisch-venösen Insuffizienz mit einer etwa 60% höheren Wahrscheinlichkeit gleichzeitig eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung aufweisen als Personen mit gleichem Alter und Geschlecht ohne CVI. Die Wissenschaftler konnten darüber hinaus zeigen, dass das Risiko, in den nächsten zehn Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern zu erkranken, bei Personen mit CVI fast doppelt so hoch ist wie bei Personen ohne Zeichen einer Venenschwäche. Auch die Sterblichkeit ist deutlich erhöht: Sie war bei Personen mit fortgeschrittener Venenschwäche im Beobachtungszeitraum von etwas mehr als sechs Jahren um etwa das 1,7-Fache höher als bei Personen ohne diese Erkrankung. Für die Untersuchung wurden die Daten von rund 12.400 Teilnehmern der Gutenberg-Gesundheitsstudie aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen sowie von mehr als 2.400 Teilnehmern der MyoVasc-Studie berücksichtigt. Die Bestimmung des Schweregrads einer Venenveränderung wurde mittels standardisierter digitaler Bildaufnahme, einer klinischen Untersuchung der Beine und per Befragung zu typischen Symptomen erhoben. Zudem lagen Daten zu kardiovaskulären Risikofaktoren und Begleiterkrankungen für alle Studienteilnehmer vor.

Originalliteratur Prochaska JH et al., Eur Heart J 2021 Aug 13; ehab495, doi 10.1093/eurheartj/ehab495, PMID 34387673

Pressemitteilung Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, August 2021

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