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FOKO 2022

Estrogene in KOK

„Natürlich“ von Vorteil

Wie wird ein modernes kombiniertes orales Kontrazeptivum entwickelt? Prof. Dr. med. Petra Stute (Bern) gab einen Blick hinter die Kulissen am Beispiel der neuen Kombinationspille Estetrol/Drospirenon (Drovelis®). Der Bogen spannte sich dabei von der Entdeckung des Estetrols (E4) über seine endogene und exogene Synthese, die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik bis zur Suche des geeigneten Gestagenpartners mit dem besten Blutungsprofil. Die wichtigsten Punkte aus diesem Vortrag:

  • Die Umwandlung von E2 und E3 in E4 ist eine Einbahnstraße.
  • E4 bindet nicht an SHBG und induziert keine SHBG-Synthese.
  • E4 bindet mit schwacher Bindungsaffinität an den Estrogenrezeptor alpha.
  • Bei > 90 % der Anwenderinnen treten Entzugsblutungen im pillenfreien Intervall auf.

Anschließend berichtete Dr. med. Ludwig Baumgartner (Freising) von den Erfahrungen in seiner Praxis. „Für welche Patientin eignet sich die Verhütung mit einem natürlichen Estrogen?“, fragte er. Zuerst stellte er augenzwinkernd fest, dass eine „natürliche Verhütung“ ein Widerspruch in sich ist – schließlich ist die Biologie des Menschen komplett auf die Fortpflanzung der Art angelegt (> Sexualität). Trotzdem ging er anschließend durch die Typologie der Patientinnen: die Zufriedene und die Unzufriedene, die Gesunde und die Kranke, die Erstanwenderin, die Reife und die Unreife, die Vernünftige und die Unvernüftige, die Ängstliche und die Aufgeschlossene.

Mit einem Blick auf die POP landete er schließlich bei der estrogenfreien und der estrogenlosen – die durch die Herunterregelung der endogegen Estrogenproduktion durch POP-Gabe in einen für das Wohlbefinden kritischen Bereich kommen können. „Wenn Patientinnen das wünschen, lasse ich sie laufen“, sagte er, „wenn es passt, wunderbar, und wenn nicht, sind wir danach viel besser im Gespräch. Dann ist sie offen für eine Estrogenkomponente und dann sind die natürlichen Estrogene im Vorteil.“ Schließlich fasste er noch einmal den Kern seiner Beratung zusammen: „Es gibt nicht die eine Pille, die alle glücklich macht. Unser Job ist es, nachzudenken. Sonst könnte das ja auch der Apotheker machen.“ Der große Zuspruch des Publikums zeigte: Diese Botschaft war angekommen.

Lunch-Symposium „Orale Kontrazeption mit Estrogenen – ­Natürlich von Vorteil“ (Veranstalter: Gedeon Richter Pharma GmbH)

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